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Jeschurun · 1857-01-01 · Heft 4 (Januar 1857) · p. 176

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 4 (Januar 1857)
Article
Die Synagoge zu Berlin
Date
1857-01-01
Page
176 (sequence 4)
Language
German
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176 Die Synagoge in Berlin. Eine historische Skizze Allmählig sind wir dem Wissenschaft, Bildung, Toleranz, Aufklärung und Fortschritt fördernden 18. Jahrhundert näher gerückt. Der Einrichtung eines preußischen Regiments von 1200 Köpfen verdanken wir die genaue Angabe, wie viele Inden sich gegen Anfang des Jahrhunderts in dem damals noch unbedeutenden Berlin befanden; eine genaue Zählung ward angeordnet, weil die Juden von der Gnade, zur Erhaltung des neu errichteten Regiments beizusieuern, nicht ausgeschlossen bleiben sollten. Die Zählung ergab 117 Familien. Ehe wir in unsrer skizzcn artigen Erzählung weiter fvrtfahren, müssen wir der in der Geschichte Preußens wie auch in der Synagvgen-Angelcgenheit wichtigen Hofjuden-Charge einige Augenblicke schenken. Der Erklärung dieses vielsagenden Ausdrucks glauben wir überhoben zu sein und wollen hier nur andeuten, daß durch sie, gleichsam Werkzeuge der Gottheit, den an Israel geübten Unterdrückungen und Verfolgungen zuweilen kurzer Einhalt gethan wurde, wie andrerseits sie es waren, die leider! ohne ihr Verschulden durch das Amt, welches sie bekleideten, durch das Ansehen, welches sie erlangten, den Neid des rohen Pöbels und der Geistlichkeit weckten, grausame Metzeleien hcrbeiführten, sich und andere dem Tode weihen mußten. Die Macht, welche die Hofjuden Spaniens erstiegen, haben die Preußens freilich nie erreicht. Wer kennt nicht die Don Dusaf, Don Mair, Don Samuel, Don Moses, Don Samuel Lcvy, die Ftnanzräthe, Minister, mit einem Worte Hofjuden waren, und deren Herrschaft einen hochgelahrten aber eben so verächtlichen Erzbischof des 14. Jahrhunderts, Paul de Burgos, zu dem merkwürdigen Ausspruch veranlaßte: Der Segen Jakobs לא יסור שבט מיהודה sei in Spanien tu Erfüllung gegangen, da die.Regierung ganz in der Juden Händen liege — er hätte ohne Bedenken hinzusügen können — solches hat sich auch damals gar zu leicht ausgesprochen —: und selbst die Primate, die vorzüglichsten erzbischöflichen Stühle mit Juden besetzt sind. Sogar an dem Hofe der päpstlichen Heiligkeit gibt es eine ganze Reihe von Hosjuden und auch der wohlbekannte, sein Land mit ungeheuer» Abgaben belastende Sixtus V. hatte einen solchen, einen galanten Herrn, Vertrauten der päpstlichen Freundin, der Signora Camilla, dem übrigens ein deutscher Professor zu viel Ehre erweist, wenn er von ihm sagt, daß ״der Jude dem

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