Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1857)
- Article
- Teweth
- Date
- 1857-01-01
- Page
- 171 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Judenthum und Nom. 171 ihr Geschlecht, durch Usurptrung einer den jüdischen Institutionen fremden Köniasgewalt, das Volk tu feinen Lheuersten Rechten verletzten und seine Heiligthümer gefährdeten. Mit diesem Augenblick, als zuerst Pompejus' Legat Skaurus jüdische Abgeordnete vor sich sah, etwa i 30 Jahre vor Jerusalems Fall, war Jerusalem verloren. Von diesem Augenblick verlor Rom Judäa nicht jaus den Augen. Während es aber, durch seine Gewaltträger und seine durch es gefürsteten Kreaturen Judäas Blut aussog, impfte es Judäas Fürsten und Großen den Geist seines Systems ein, tauchte sie in den ganzen Pfuhl sinnlicher Ausschweifungen ein und lehrte sie zugleich: Religion, .Tempel, Priesterwürde, Richteramt, Vaterland und Fürstenwürde zu bloßen Werkzeugen und Mitteln der Macht und Selbstvergrößerung zu misbrauchen, und alles Heilige und Reine, alles Große und Gottliche zu Tausch Mitteln eines egoistischen Trödelmarktes herabzuwürdigen. Romans Geist hatte die Seele aus dem jüdischen Heiligthum gebannt, darum überantwortete Gottes Herrlichkeit Tempel und Priester, König und Thron zürnend den römischen Legionen und zog mit dem treu gebliebenen Volke ins Exil. Mögen uns daher die Gedächtnißtage des Untergangs vor dem römischen Geiste warnen. Nicht den hellenischer! Idealismus, den römischen Materialismus haben wir zu fürchten. Kunst und Wissenschaft, Kultur und Bildung, so lange sie mit hellenischem Sinne in eigenem Werthe glänzen, um ihrer selbst willen geschätzt und gepflegt werden, und wenn sie auch nur zu einer verschönerten Sinnlichkeit erheben, oder den seinen eigenen Forschungen überlaffenen Geist zu Jrrthum und Wahngedanken führen, und beide in ihrer Unreife und Einseitigkeit den jüdischen Heiltgthümern Gefahren bringen, lassen doch diese Gefahr nie ohne Hoffnung, es!leibt doch immer das Gemüth für etwas Edles empfänglich, es strebt doch immer der Geist nach Erkenntniß des Wahren» Es brauchen ihnen nur diejüdischen Heiligthümer in ihrer vollendeten Reinheit entgegen zu leuchten, es braucht nur das Gemüth wieder zum Bewußtsein zu erwachen, wie nur dort die wahre freie Beredlung deS Menschlichen zu finden, dort allein die Wahrheit in unge-