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Jeschurun · 1857-01-01 · Heft 4 (Januar 1857) · p. 170

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 4 (Januar 1857)
Article
Teweth
Date
1857-01-01
Page
170 (sequence 6)
Language
German
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170 Teweth. heilig Und'iUjihr die plebejischen Schichten nieder zn halten; man bedurfte der,Religiyn-uud der Priester, um in deren Namen zu ,gebieten, was mau in eigenem Namemzu fordern sich scheute; man bedurfte derReltgiou und der Priester, um an die Raub krallen des römischen Adlersdie imponirende Scheu .eines Götterblitzes zu heften. Man hielt Religion und Priesterthum hoch, weil man in ihnen eine Gewähr für die eigene Hoheit erblickte. Kunst und Bildung, die im Menschen das Bewußtsein von dem Werth und -der Berechtigung des individuellen menschlichen Daseins wecken., .waren in -den ״guten" Zetten Roms verpönt. Und als nun die schlechten Zeiten kamen, als die Stadt an der Tiber, vom Raube der Nationen bereichert, auch der Kunst und Bildung und der -Ueppigkeit der unterjochten Nationen ihre Thore öffnete, ward in den.Händen der unveredelten, materiellen römischen Naturen Kunst und Bildung selbst nur ein Mittel zum Genuß , und Vieser Genuß stieg einerseits zu einer solchen viehisch schwelgenden Entartung, daß die Entsittlichung den letzten Funken dcS auch im Roden schlummernden rein Menschlichen begrub. Anderseits wuchs die Gier nach den Mitteln solchen Genusses zu einer solchen unersättlichen Habsucht, daß es in der römischen Welt nichts Heiliges mehr gab, das nicht zur bloßen Staffel zu Besitz und Genuß herabgcwürdigt War, und während im Innern der Bürgerkampf um Macht und Besitz Roms Eingeweide selbst zerfleischte und über den Leichen proscrtbtrter Bürger, angejubelt von dem dnrch ״Brod und Kampfspiele" gewonnenen Volke, der Sieger sich mit dem Purpur einer blutgefärbten Toga schmückte, trugen die Legionen die römische Entartung über Meere und Länder hin, und unter dem Scheine bundgenösstscher Freundschaft, unter der Fahne des Rechts und der Ordnung, unter dem Deckmantel des heiligen Schiedsricht-'ramtcs der Gerechtigkeit und des Friedens, ward jene Politik geübt, die nur das Mark der Völker will, den zu diesem Zwecke aber zerstückten und ausgesogenen Leib der Nationen der Verwesung hinwirft. Es war in dieser Zeit der höchsten Entartung, als zuerst Zuda's Staat mit Roms Gewalthabern in Berührung kam. Zwei um die ohnehin usurpirte Königswürde entzweite Brüder hasmonäischen Geschlichtes riefen einen an der Spitze seiner Legionen heranziehenden Römischen Legaten zum Schiedsrichter au, und auch ein dritter Kläger erschien, das Volk, das sich über beide beklagte, daß sie, oder vielmehr

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