Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1856)
- Article
- Rundschreiben des Herrn Oberrabbiners und Präsidenten des Consistoriums zu Colmar
- Date
- 1856-12-01
- Page
- 148 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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4,4,8 Die, durch,die pariser Confcrenzen angeregte Bewegung. fanden, diejenigen, die unsere ,Ueherzcnguygcn theisen, im Damen des Einen, Einzigen von Israel -angebeteten Gottes, im Namen der göttlichen,Religion, die das Erbteil der Familie Jakob's uird das Band ist, das alle ihre Kinder umschlingen soll, im Namen des Heiles ihrer Brüder zu beschworen, von denen sie keinen ,zurückstoßen dürfen, wie groß auch seine Schwächen, Fehler und Berirrungen sein mögen; wir hätten sie beschworen, mit diesen Angehörigen Israels Mitleid zu haben, die so schwach und schwankend sind, ,daß sie in sich selbst nicht hinlängliche Kraft fühlen zn ,Gott itnb seiner heiligen Religion zurückzukehren; wie hätten sie beschworen sie nicht sich selbst, ihrer Erstarrung und ihrer Unempfindlichkeit zu überlassen, sondern sich ,mit uns zu vereinigen um unseren verirrten 'Brüdern entgegenzukommen; wir hätten sie beschworen uns mit ihrer Einsicht und Erfahrung zum Behuse der geeigneten Mittel bcizustehen, diese Unglücklichen ihrer Starrheit und ihrer religiösen Theilnahmlosigkeit zu entreißen; uns die Stütze ihrer so bedeutenden Autorität zu leihen, die die Anwendung der Mittel -erfordern dürfte, welche unsere Liebe und unser Eifer uns cingebcn werden; und unsere Stimme, wie schwach sie auch ist, würde vernommen worden sein, denn sie wäre aus dem Herzen gekommen; sie wäre der Ausdruck einer ^aufrichtigen und tiefen Ucberzcugnng gewesen. Denn auch wir, wir auch sind uns unserer Mission bewußt; wir lieben auch aufrichtig unsere Brüder. Fern von ttns jene strafbare Gleichgültigkeit, die mit trockenem Auge so viele unserer Brüder ins Verderben eilen sieht; fern vpn uns jene thatlose Sorglosigkeit, die unberührt bleibt bei dem Anblick der Zerstörungen, die der Jndifferentismus und der Unglaube anrichten. Aber eben das Bewußtsein unserer Psticht, unsere Sorge für die geheiligten Interessen der Religion und des Heiles unserer Brüder sind es, die uns in unserer Ansicht beharren ließen. Täuschen darf man sich wahrlich heute nicht mehr hinsichtlich des Resultats, welches die, wir halten uns verpstichtet es anzuerkennen, in den besten Absichten von der Majorität der Conferenz vorgeschlagenen Cultusveränderungen haben werden. Diese Maßregeln sind nicht mehr neu, seit lange werden sie in Deuschland und zum Theil in Frankreich angewendet, und die traurige Erfahrung ist damit ihren unerbittlichen Wahrzeichen, daß, weit entfernt dem Uebel an