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Jeschurun · 1856-12-01 · Heft 3 (Dezember 1856) · p. 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 3 (Dezember 1856)
Article
Rundschreiben des Herrn Oberrabbiners und Präsidenten des Consistoriums zu Colmar
Date
1856-12-01
Page
147 (sequence 10)
Language
German
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II. Rundschreiben des Herrn Oberrabbiners rc. zu Colmar. 1^7 Wenn heute das französische Rabbinat gut bestellt und gut gesinnt ist, wer sagt uns, wer bürgt uns dafür, was es morgen, übermorgen sein wird? Denn die Menschen schwinden, aber ihre Werke bleiben, und wir würden ein trauriges Beispiel gegeben haben, dessen verderbliche Folgen unberechenbar sein würden. Aber die Piutim waren doch Gegenstand mehrerer Kritiken? Allerdings. Aber diese Kritiken sind nicht begründet befunden worden, und wahrlich die Geonim, Raschi und die Tosephisten waren sowohl in gesetzlicher als in linguistischer Hinsicht compctent. Mag man diese Neuerungen, Reformen, Veränderungen, Verbesserungen nennen, wie man will, so lange man dazu schreitet ohne sie mit all den von unfern Codices vorgezeichneten formellen Erfordernissen bekleidet zu haben, werden wir darin die drohendsten Gefahren für unsere Religion erblicken." Das Rundschreiben weist nun ferner in schlagender Weise die Einführung der Orgel und der dem katholischen Ritus entnommenen Kinder-Einsegnung zurück, beleuchtet die Motive hinsichtlich derjenigen Gegenstände, tu Betreff deren der Verf. sich der Ansicht der Conserenz anschließen konnte, und fährt dann zum Schluffe fort: ״Wir halten es für überflüssig zu bemerken, daß wir mit der Majorität für alle diejenigen Maßnahmen gestimmt haben, die die Verbreitung eines gründlichen und wirksamen Unterrichts, die Heranbtldung tüchtiger und religiöser Lehrer und Vorbetcr, sowie die Aus- Übung einer thätigen >!nd ernsten Ueberwachung zum Zwecke haben, .überall, wo sie von dem religiösen Interesse gefordert werden kann. Ihr kennt nicht nur bereits seit langer Zeit unsere hierauf bezüglichen Instruktionen, ihr habt uns auch selbst am Werk gesehen und wisset, daß diese Zwecke der stete Gegenstand unserer lebhaften Sorge gewesen, und daß wir ihnen stets unsere Zeit und Anstrengung geweiht haben, weil wir überzeugt sind, daß da und nur da das Heil und die Zukunft des Judenthums liege. Wir wären glücklich gewesen, hätten wir mit unfern werthen Kollegen über Alles einverstanden sein können; oder hätten wir nur wenigstens mit ihnen die Hoffnung, die sie in die projektirtcn Veränderungen setzen, theilen und hätten zugeben können, daß, um legal zu sein, ihnen nur die Zustimmung auch unserer Kollegen des Auslandes fehle. In diesem Falle hätten wir keinen Augenblick äuge-

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