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Jeschurun · 1856-12-01 · Heft 3 (Dezember 1856) · p. 144

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 3 (Dezember 1856)
Article
Rundschreiben des Herrn Oberrabbiners und Präsidenten des Consistoriums zu Colmar
Date
1856-12-01
Page
144 (sequence 7)
Language
German
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144, Die durch die pariser Konferenzen angeregte .Bewegung. (Der Vers. nennt in. einer Note die Verfasser: ר׳ אברהם ב״ר יצהק הכהן, ר' אלי' הזקן, רבינו גרשם מ׳ה, ר׳אלעזר בעל הרוקח, ר׳אליעזר בר נתן, רב האי גאון, רב יוסף ט״ע, רבינל יעקב חם, ר׳ יצחק אבן גיאוח, רכיגו מאיר ש׳ץ, ר' מאיר מרוטגבורג, ר׳ מנחם בן מכיר, ר' מרדכי הבבלי, ר' משלם בן קלונימוס, ר' קלונימוס ב׳ר יהודה, ר' שלמה הספרדי, ר׳ שמעון ב׳ר' יצחק הגדול, und verweist im Uebrigen auf Heidenheim Einleitung zum Machsor.) Man kann nicht in Abrede stellen, daß alle diejcnigen, die diese Gebete verfassten und in Israel verbreiteten, überzeugt waren, daß das Beten der Piutim, weit entfernt etwas Tadelnswerthes, Unerlaubtes zu sein, im Gegentheil verdienstlich ist, weil sie nicht nur Gebete, sondern auch nützliche Belehrungen, ernste Unterweisungen und heilsame Lehren enthalten. So stärken fie durch ihre historischen Parthien den Glauben Israels an seine Zukunft, indem sie ihm seine Vergangenheit ins Gedächtniß rufen oder ihm die Vergangenheit als belehrendes Beispiel für die Zukunft bieten. Ihre theoretischen und dogmatischen Bestandtheile machen den Israeliten mit seiner Religion und mit der Kenntniß der Pflichten vertraut, die sich aus die Ceremonien und Tage beziehen, in deren. Veranlassung sie gebetet werden, und lassen ihn die Bedeutung, die Wichtigkeit und den Zweck der Feste und Ceremonien erkennen. Durch den änigmattschen und midraschischen Bestandtheil verdoppeln sie endlich durch unser natürliches Interesse für nicht sofort Erkennbares das religiöse Gefühl in unserm Herzen, indem sie übrigens den Religiösen veranlassen seinen Lehrer über die ihm dunkel gebliebenen Parthien zu befragen, und ihm somit eine neue Gelegenheit verschaffen sich zn belehren. Dies Ebengesagte geschieht noch recht häufig. Wenn es indessen in unfern Tagen seltner geworden, wen muß man deßhalb anklagen? Die Piutim? Was können sie dafür, .wenn die Welt heurc nicht mehr das Bedürsniß fühlt sich die Kenntniß der Religion zu verschaffen? Und sollen wir das, was dem Religiösen jederzeit ein sicheres Mittel der Belehrung und der Erbauung gewesen, der chimärischen Hoffnung aufopfern, diejenigen zu erbauen und zu belehren, die weder Erbauung noch Belehrung verlangen? Von diesem Gedanken waren ohne Zweifel alle diejenigen erfüllt, die von dem Ursprung der Piutim bis aus unsere Tage sie nicht nur vertheidtgt und aufrecht erhalten, sondern sie als etwas sehr

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