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Jeschurun · 1856-12-01 · Heft 3 (Dezember 1856) · p. 134

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 3 (Dezember 1856)
Article
Sendschreiben der "Commission des Conservateurs du Judaisme" in Paris an ihre Glaubensgenossen in Frankreich
Date
1856-12-01
Page
134 (sequence 4)
Language
German
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134 Die durch die pariser Conferenzen angeregte Bewegung. oder zu modificiren, noch sich von den festgestellten Regeln zu entfernen, kraft deren sich die Form des Kultus festgesetzt, die religiösen Ideen erhalten und die Ueberlieferung des Praktischen Judenthums verewigt hat.... Dieselben Grundsätze sind hinsichtlich derjenigen Entscheidungen, Maßnahmen und Anordnungen befolgt worden, welche von der competenten religiösen Autorität getroffen und von der allgemeinen Zustimmung der Gläubigen sankttonirt worden sind. Alle diese Anordnungen, die, wie die Lehrer der großen Synagoge sagen, den Zaun um das göttliche Gesetz bilden, haben durch dasselbe jenen Karakter der Stabilität und Dauer erhalten, woher man mit Recht jene Worte des Predigers auf sie angewandt hat: ״״Die Wortd der Weisen weisen zurecht wie der Treibstachel, sie sind fest wie die Zeltnägel, sie halten unerschütterlich zusammen, stammen alle von einem und demselben Meister.."" Es sind das herrliche Grundsätze, mit denen der Gedanke, alte in Israel angenommene religiöse Gebräuche zu modificiren oder abzuschaffen, mit denen namentlich die Abschaffung eines Thetls unserer Gebete in schreiendem Widerspruch steht. Wir wollen uns nicht bei dem Worte ״D cp osit air e der israelitischen Lehre" aufhalten, mit welchem der Hirtenbrief ausschließlich die Rabbinen bezeichnen zu wollen scheint, während doch in Wahrheit jeder Jude, jeder Mann, jede Frau und jedes Kind unter uns die Hut und den Schutz des göttlichen Wortes empfangen hat. ״Ihr stehet da Alle vor dem Ewigen eurem Gott, אתם נצבים היום כלכם ל&ני ד׳ אלריכם, die Häupter, die Stämme, die Alten, die Beamten, die Frauen, die Kinder, die Arbeiter, Alle, Alle seid ihr berufen Thetl zu nehmen an dem Bunde des Ewigen mit seinem Volk;" ״der Mund der Kinder und die Stimme der Säuglinge befestigen das Reich Gottes und beschämen den Bösen"; der Herr wohnt, sagt der Prophet, in den bescheidenen und gebeugten Herzen. Ganz Israel ist ein Volk von Priestern; wir haben demnach keine Prtesterkaste, die sich den Titel als Deposttaire oder spccielle Vertreter unserer Religion anmaßeir könnte. Was wir aber ganz besonders hervorheben müssen, ist das Geständniß des Hirtenbriefes, daß ״keine theologische Autorität sich von den Regeln entfernen dürfe, kraft deren sich die Form des Kultus festgesetzt, die religiösen Ideen sich erhalten und die Tradition des

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