Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1856)
- Article
- Sendschreiben der "Commission des Conservateurs du Judaisme" in Paris an ihre Glaubensgenossen in Frankreich
- Date
- 1856-12-01
- Page
- 133 (sequence 3)
- Language
- German
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n I 8 I S I. Sendschreiben der Commission deSCouservateurs rc. 1ZZ theilen; sie bekämpfen siegreich alle die zu Gunsten der das Judenthum unserer Väter entstellenden und profanirenden Neuerungen vorgebrachte Argumente; sie heben ganz besonders die heilige Pflicht, ja die absolute Nothwendigkeit hervor, die Einheit unserer religiösen Tradition unangetastet zu erhalten, damit nicht unsere göttliche Religion sich in unzählige Systeme auflöse und die große israelitische Familie in Secten und feindliche Partheiungen auseinandergehe. Allein, auch schon vor den Kundgebungen so vieler hervorragender Theologen, hatten die Lehren der Erfahrung uns hinreichend gesagt, was man von den Reform-Bestrebungen in der Synagoge zu erwarten habe. Die Erfahrung hat uns das deutsche Judenthum gezeigt, allen Zerklüftungen des Schisma und der Zwietracht preisgegeben, Gemeinden, wo das Feuer des Hasses in den Familien, in den Schulen, in den Tempeln lodert, von denen einer nicht mehr dem andern in seinem Ritus, in seinen Gesängen, seinen Gebräuchen und Gebeten gleicht, Rabbiner, deren Jeder eine andere Lehre predigt, heute einen andern Kultus, morgen vielleicht einen andern Glanben und einen andern Gott. Ist es möglich, über einen so betrübenden Anblick die Augen zu schließen und seine Gefahren zu verkennen? Und das bis jetzt in der Gesellschaft und im Staate durch seinen Frieden , seine Eintracht, durch die Gleichartigkeit und Beständigkeit seiner Prinzipien und heiligen Gebräuche so geachtete französische Zudenthum, soll es auch unsterbliche, von Gottes Hand und dem Blute von tausend heiligen sich hinopfernden Geschlechtern geschriebene Blätter aus seinem heiligen Buche reißen, und dann mit in den Abgrund, mit in den Krater glühender Kämpfe geschleudert werden müssen? Muß denn auch es, auch es eine corrtgirte Religion werden, reparirt und restaurirt wie ein altes Haus, nach den Launen und dem Bon Plaisir einer jeden Zeit und eines jeden Rabbiner!, nachdem es ein htmmliches Licht gewesen, das vom Sinai aus über die Welt und die Ewigkeit hingestrahlt? — Von dem Herrn Oberrabbiner ,des Central-Consistortums ist so eben ein Hirtenbrief erschienen, in dem es heißt: ״Die Grundsätze der israelitischen Lehre erlauben denen, die ihre Depositäre und Vertreter sind, nicht, die Anordnungen des schriftlichen oder mündlichen Gesetzes, welches Gott uns offenbart hat, sei es durch Unterdrückung oder Aushebung zu verändern