Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1856)
- Article
- Kislew
- Date
- 1856-12-01
- Page
- 123 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Hellenismus und das Judenthum. 123 rein, um deines Gottes Willen sei heilig, um deines Gottes Willen meistere und weihe und heilige dein ganzes irdisches Dasein bis in seine sinnlichsten Regungen und Aeußerungen hinab, banne alles Unreine, Unlautere, Unheilige, Freiheitswidrige, Gottmißfällige, Menschenunwürdige aus dem ganzen Kreis deines innern und äußern Lebens, auf daß alle deine Kreise ein Heiliges, Gottwohlgefälliges seien, und Gott bei dir einziehe und Gott dich begleite und dich beselige und beglücke, und Er keine thierische Blöße des Gott Mißfälligen. Menschenunwürdigen bei dir schaue und von dir weiche — ונשמרת מכל דבר רע — כי ד' אלריך מתהלך בקרב מחנך — והיה מחנק¬¬! קרוש ולא יראה בך ערות דבר ושב מאחריך Und wie dieses Gesetz alle Gedanken und Gefühle, Empfindüngen und Regungen, Reize und Genüsse des ganzen geistig-sinnlichen Einzellebens des Menschen durch oie Kraft der Reinheit, Freiheit und Heiligkeit zu einem Heiligthum des göttlichen Wohlgefallens gestaltet, also baut es auch das ganze meuschengesellschaftliche Leben der Ehe, der Familie, der Gemeinde, des Volkes, des Staates durch dieselben Gedanken der Gottebenbildlichkeit aller Menschen und des göttlichen Wohlgefallens an der Reinheit und Treue, an der Lauterkeit und Wahrheit, an dem Recht und der Gerechtigkeit, an der Billigkeit und Milde, an der Barmherzigkeit und Liebe auf, überläßt auch die Gestaltung der Gesellschaft nicht den Gefühlen des leicht erregten und ebenso leicht beschwichtigten Menschen- Herzens, nicht den Satzungen des unter dem Scheiire der Wahrheit und des Rechts so oft nur die Lüge und die Gewalt der Selbstsucht abwägenden Menschenverstandes, zeigt, wie nach dem Urtheil der göttlichen Wahrheit die Ehen und Familien, die Gemeinden, das Volk und der Staat sich gestalten müssen, auf daß ״Gottes Name Gatte und Gattin eine", ״Gott in der Gottes Gemeine wohne", in Volk und Staat sich die Verherrlichung Gottes vollende, und so das ganze irdische Dasein in Wahrheit jene Vollkommenheit und Schönheit erreiche, die die hellenische Cultur vergebens in der sinnlichen Beschränktheit menschlichen Wohlgefallens gesucht und die allein in der Verwirklichung jenes Gesetzes, das, die höchste Einheit in der größten Mannigfaltigkeit schaffend, das ganze Einzel- und Gesammtleben in seinen tausendfältigen Verschiedenheiten, Gegensätzen und Beziehungen an Einen Gottesgedanken knüpft, diesen Einen Got-