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Jeschurun · 1856-12-01 · Heft 3 (Dezember 1856) · p. 121

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 3 (Dezember 1856)
Article
Kislew
Date
1856-12-01
Page
121 (sequence 13)
Language
German
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Der Hellenismus und das Judenthum. 121 Hütten der Menschen erbaut, nicht nur sein Wort die Geister erleuchtet und die Gemüther erwärmt, sondern auch sein Gesetz das Richtmaß wird für die ganze Entwickelung und Verwirklichung des menschlichen Daseins auf Erden, erst dann wird in den Gemüthern die Seligkeit und die Freiheit, und die Freude und der Friede wohnen in den Hütten der Sterblichen auf Erden. Bescheiden in den Umkreis des menschlich Erkennbaren umschränkt die semitische Gorteslehre den Geist des denkenden Sterbltchen. Eben so fern von der unhellentschen Versenkung in die Tiefe der jenseits der menschlichen Erkenntniß liegenden Näthsel des Wesens der Gottheit, als fern davon mit hellenischer Beschränktheit den Blick des Menschen nur in sich selber zu versenken, weist sie den Menschen aus Gott hin, aber enthüllt ihm vom Göttlichen nur so viel als zur Erkenntniß und Vollendung seiner menschlichen Bestimmung auf Erden genügt, will ihm nicht aus der Erkenntniß der Welt und des Menschen die Räthsel der Gottheit lösen, sondern ihn aus Gott die Welt und die Menschheit und sich begreifen lehren und eröffnet ihm da ein unerschöpfliches Feld beseligender, Allen zugänglicher Wahrheiten. Sie enthält nicht die Gedanken der Menschen von ״Gott und den göttlichen Dingen", sondern die Gedanken Gottes von dem Menschen und den menschlichen Dingen, und ihr vorzüglichstes, nächstes und höchstes Augenmerk ist ihr daher das Gesetz: d. i. die Einrichtung, Entwickelung und Gestaltung aller menschlichen Dinge nach göttlichem Willen zum Wohlgefallen Gottes. Sie befreit den Menschen von dem vorhellenischen Wahn der im Schrecken unnahbarer Hoheit zu fürchtenden Göttergewalten, und befreit den Menschen von dem hellenischen Wahn vergötterter Menschentdeale. Sie zeigt ihm Gott, den einen einzigen Gott, in seiner Freiheit und Heiligkeit, in seiner Allmacht und Weisheit, in seiner Gerechtigkeit und Wahrheit, in seiner Liebe und Barmherzigkeit, sie zeigt ihm Gott in seiner unendlichen Erhabenheit und Höhe aber auch zugleich in seiner unendlichen allgegenwärtigen beseligenden Nähe, und spricht zum Menschen: dieser hohe, heilige, erhabene, gerechte und barmherzige Einzige, dessen Wort die Welten schuf und dessen Wille die Welten lenkt, der vom Wurm bis zum Seraph Alles speist, Alles erhält, Alles mit Kraft und Dasein und Leben durchdrtngt, Er ist Keinem so nahe als Dir, Nichts ist ihm so ver-

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