Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1856)
- Article
- Kislew
- Date
- 1856-12-01
- Page
- 120 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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120 Die Lehre, auch in ihrer unverftümmelten und unvermischten Vollendung und Reinheit, vermag nur Geister zu erleuchten und Herzen zu veredeln; aber sie vermag nicht das Leben, die ״Hütten" des irdischen Daseins in die Vollendung und Reinheit zum harmonischen Einklang emporzuretten; und doch nicht auf die Geister und Herzen allein, aus die in ihrem Geiste vollendeten Hütten der Menschheit wartet die Herrlichkeit Gottes um ihren beseligenden Einzug auf Erden zu halten, וישמן באהלי שם, in die Hlitten Schem's will sie einztehen; den Aufbau der Menschenhütten für den Einzug der Herrlichkeit Gottes lehrt aber nur — das Gesetz. Ja, indem man das Bruchstück der Lehre von dem ״Einen Einztgen Gotte Schem's", da man es den japhetischen Völkern brachte, nach japhetischer Weise wieder mit einem vergötterten Menschenideale trübte, hat man sofort in den Anfang der Geister erleuchtenden Wahrheit den Schatten des Widerspruchs gesäet, der nicht unterlassen kann und nicht unterlassen hat, die Wahrheit selbst mit in den Kampf streitender Meinungen hinüber zu ziehen, und sie bis zum vollendeten Siege des Lichts über die Nacht ihrer vollen, Geister beherrschenden Macht zu berauben. Und indem man nur die Lehre des Gottes Schem's theilwetse berücksichtigte, sein Gesetz aber vollständig verkannte und als ״überwunden", als einem ״niedern Standpunkte" angehörig, verschmähte, einerseits also das ganze irdische Dasein sich selbst überlassend fahren ließ, andrerseits aber dennoch in einseitiger Beschränktheit Folgerungen aus der Lehre für's Leben zog, die in vollendetem Widerspruch mit der Wahrhaftigkeit und Wesenheit des geistig sinnlichen Erdenlebenö stehen, hatte man die Lehre mit einem Wahn vermählt, gegen welchen von Jahrhundert zu Jahrhundert die von der japhetischen Bildung vertretene Wahrheit und Berechtigung des sinnlichen Daseins immer erneut einen Kampf beginnen muß, und zweifelsohne' den Steg der Wirklichkeit über den Wahn erkämpfen wird. Erst wenn unverkürzt und nnvermischt die Lehre des Gottes Schem's Gemeingut der Menschheit geworden, werden für immer die Schatten des Jrrthums und des Wahns fliehen und die von Menschen erkennbare Wahrheit strahlend die Geister erleuchten. Und erst wenn dann auch das Gesetz des Gottes Schem's die