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Jeschurun · 1856-12-01 · Heft 3 (Dezember 1856) · p. 119

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 3 (Dezember 1856)
Article
Kislew
Date
1856-12-01
Page
119 (sequence 11)
Language
German
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Der Hellenismus und das Judenthum. 119 Zusammenhänge zu erfassen, sich von Stammes- und Volks-Geschichte zur Geschichte der Menschheit zu erheben, und auch in der Geschichte dem׳ Plane und den Gedanken der waltenden Vorsehung des ״Einen Einzigen" ahnend zu folgen. Erst seitdem ״Schem" den Namen seines ״Einzigen" über die Menschheit hin gerufen, ist dennoch die Zukunft rücksichtsloser Gewalt und Tyrannei vernichtet, dämmert dennoch aus jedem Menschenanblick des Acrmsten ein lauter Protest dem Gewaltigsten entgegen, tont dennoch aus dem Angstschrei jedes zu brechenden Menschenherzens die Stimme des Einen Einzigen, dessen Ruf: ״es sind meine Kinder!" die zum Gewaltstreich sich rüstende Selbstsucht der Rohheit wie der Bildung stutzig macht. Erst seitdem ״Schem" den Namen seines ״Einzigen" über die Länder und Städte, über die Hütten und Häuser, über die Gemüther und Seelen aller Menschen hin gerufen, hat auch der Aermste, der Verlassenste, der Geqnälteste, einen Vater, zu dem er aufschauen kann von seinem Strohlager und Kerker, von seinem Sklavenzwinger und Marterbett, und der schaut seine Thränen, und vernimmt seine Seufzer, und von dem er Hülfe und Rettung erwarten kann, wenn ihn auch alles Andere verläßt. Und erst seitdem ״Schem" den Namen seines ״Einzigen" in die Gemüther" und Herzen der Menschen gerufen, beginnt auch die Liebe aufzudämmern, die sich zu dem Armen und Kranken, zu dem Unglücklichen und Elenden ntederbeugt und ihre Seligkeit darin findet, den Hungrigen zu speisen, den Nackten zu kleiden, dem Unglücklichen zu Helsen, den Leidenden zu trösten, und die den Ruf versteht und beherzigt und mit Vereinigung aller Kräfte bethätigt: seid barmherzig wie euer Vater im Himmel barmherzig ist — Aber noch ist das Alles nur Stückwerk. Weil man von Schem's Lehre nur Einen Satz der Menschheit brachte, und diesen Satz selbst nur verstümmelt und getrübt und für die japhetischen Phantasien versetzt brachte, kann die Erleuchtung der Geister ihre Vollendung nicht finden. Und weil man nur die Lehre, nicht aber auch das ״Gesetz" der Menschheit zu bringen unternahm, hat man ihr gerade das Einzige vorenthalten, durch welches die Erlösung der Menschheit und die harmonische Gestaltung des ganzen irdischen Daseins bedingt ist.

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