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Jeschurun · 1856-11-01 · Heft 2 (November 1856) · p. 91

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 2 (November 1856)
Article
Der Ghetto und die Juden in Rom
Date
1856-11-01
Page
91 (sequence 4)
Language
German
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Von F. Gregorovius. 91 mächtige« Frangipani, welche das Forum und Collosseum beherrschten, hatten den Bogen des Titus zu einem Castell umgestaltet und einen Thurm daran gebaut, Turris Cartularia genannt. Erst unter Pius VII., 1821, wurde der Triumphbogen so wicderhergestellt, wie er nun heute dasteht, eine der merkwürdigsten Antiken der Stadt, doch die modernste Restauration. Titus hat es übrigens verschmäht, nach dem Triumph sich den Namen ״Judaicns" beizulegen — ein Beweis, wie sehr er die Zuden verachtete. Aber er, wie Vespastan, duldete die Hebräer in Rom, welche sich, natürlich, durch den Zuzug von Sclaven und Freigelassenen bedeutend vermehrt Hatten. Vespastan hatte ihnen freie Religionsübung gestattet, doch mustten sie das Kopfgeld von einem halben Sekel, das sie früher an den Tempelschatz bezahlten, nnu an den Capitolinischen Jupiter bezahlen. Die Juden bezahlen ihren Tribut noch heute an das Capitol, an die camera capitolina. Unter Domitian wurde dieser Bisons judaicus, wie Sueton erzählt, mit grosser Strenge eingetrieben. Die Juden wohnten damals offenbar zumeist im Trastevere, wurden aber von dem hartherzigen Kaiser ganz aus der Stadt gejagt. Er wies ihnen merkwürdiger Weise das Thal der Egeria au, wofür sie ein Pachtgeld erlegen mußten. Dies sagt Juvenal in seiner dritten Satire: Hier, wo Numa pflog Umgang mit der nächtlichen Freundin, Wo nun des heiligen Quells Laubhain und die Stätte der Gottheit Juden man leiht, die mit sich führen das Heu nnd den Tragkorb; Muß doch jeglicher Baum nun Steuer entrichten dem Volke, Und weil alle Camenen verjagt sind, bettelt der Wald selbst; Hier nun stiegen wir ab zu Egeria's Thal nnd den Grotten, Welche den echten ungleich; wohl ehrte man besser des Springquells Gottheit, säumte mit grünendem Rand Wtldkraut noch die Wellen, Kränkte der Marmor nicht unziemlich den örtlichen Tuffstein. Juvenal sah also, wenn er durch das Capenische Thor nach dem Thal der Egeria ging, die Juden, ziemlich bettclhast, wie es scheint, mit Heubündeln und Körben ein- und ausgehen und in dem lieblichsten Thale Roms eine Zigenuerwtrthschaft treiben. Die Heubündel dienten ihnen zur Lagerstatt, und in den Körben schleppten sic wohl Handclsplnnder und Mundvorrath mit sich. Aus den röndschen Nachrichten geht hervor, dass die Juden zu jener Zeit in

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