Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 2 (November 1856)
- Article
- Der Ghetto und die Juden in Rom
- Date
- 1856-11-01
- Page
- 90 (sequence 3)
- Language
- German
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90 Der Ghetto und die Juden in Rom. leuchter, ebenfalls von Gold, aber in der Form von den zum Alltagsgebrauche dienenden verschieden; der Schaft in der Mitte war in dem Fuße befestigt und dünne Aeste erstreckten sich auswärts, nach Art eines Dreizacks; oben an jedem befand sich eine eherne Lampe. Deren waren es sieben, ein Symbol der Heiligkeit des siebenten Tages bet den Juden. Hinter diesem wurde das Gesetz Gotes als Schluß der Beute hergetrage». Hieraus kamen Männer, welche Bildsäulen der Victoria trugen, fämmtltch aus Gold und Elsenbein. Zunächst au ihnen ritt Vespasiau; ihm folgte Titus; Domittan ritt neben ihin in prachtvollem Gewände und auf einem herrlichen Rosse. ״Das Ziel des Triumphes war der Tempel des Jupiter Capttolinus; vor diesem angekommen, machten sie Halt. Denn es ist eine alte Sitte, dort zu warten, bis der Herold den Tod des feindltchen Heerführers verkündigt. Simon Bar Gtora war es, der auch im Triumphzug mit aufgeführt wurde. Mit einem Strick um den Hals wurde er auf den Fclsenraud gegen das Forum gezogen und von seinen Führern mit Ruthen gestrichen. Dort werden verurtheilte Verbrecher nach römischem Gesetze hingerichtet. Als verkündigt war, daß er dahin sei, erscholl allgemeiner Jubelruf und nun begann das Opfer. Nach den Gebeten und den Spenden kehrten die Kaiser in deu Palast zurück. Viele zogen sie selbst zur Tafel, für Andere waren zu Hause reiche Mahle zubereitet. Die ganze Stadt Rom feierte diesen Tag als Dankfest für den glücklich beendigten Feldzug, für das Ende der Bürgerkriege und für die schönen Hoffnungen auf künftiges Glück." Vespasiau erbaute hierauf dem Frieden einen herrlichen Tcmpel. In diesen Tempel stiftete er die Tempelgeräthe Jerusalems, die Bundeslade und die purpurnen Vorhänge derselben ließ er im Cäsarenpalast niederlegen. Jener Triumphbogen nun, in dessen innerer Wölbung die heiligen Geräthe und der feindliche Umzug mit fo hoher Kunstvollendung dargestellt und wohlerhalten sind, wurde erst nach Titus Tode gänzlich vollendet. Im Mittelalter hieß er wegen seiner Bildwerke der Bogen der sieben Leuchter oder, wie das Buch der Mirabilien der Stadt Rom sagt: Arcus septem lueernarum Titi et Vespasiani, ubi est candelabrum Moysi cum arca. Seine römische Gestalt wurde im Mittelalter geändert, denn die