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Jeschurun · 1856-11-01 · Heft 2 (November 1856) · p. 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 2 (November 1856)
Article
Jüdische dramatische Dichter in Spanien
Date
1856-11-01
Page
84 (sequence 6)
Language
German
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gch V. Miguel-di-Silveyra, der׳ Heldendichter. Entschluß endlich zur! Ausführung, Ich war immer noch! zu angst? lich, damit! vor die Oeffentlichkeit zu treten. Einiges Vertrauen konnte ich freilich in meine an den Universitäten Coiinbra! und Sa? lamanca 40 Jahre lang ununterbrochen gepflogenen Studien! setzen, anwelchen Orten ich Philosophie- Jurisprudenz,, Medizin und Mathematik aus den Quellen studirte, aber selbst nachdem ich 20 Jahre Vorlesungen über verschiedene Discipltnen her Wissenschaft und hesonders über Poesie an dem Hofe Seiner königlichen Majestät gehalten hatte, war ich noch immer schüchtern, jenes Werk dem Drucke zu übergeben, ohne zuvor die gelehrtesten Männer Spaniens um ihre Meinung gefragt und׳ die Approbation der ausgezeichnetsten Italiener eingeholt zu haben," Ans diesen einzelnen Zeitangaben läßt sich auf das hohe Alter schließen, welches Silvcyra erreicht haben muß. Sicherlich hat er nicht seine Studienjahre von seiner Geburt an gerechnet und nicht seine Leseübungcn schon ein Studium genannt, wie dieses in gewissen Gegenden Oesterreichs der Fall ist; wir können also ohne Bedenken zu den 60 Jahren, welche sich uns aus seinen Mitheilungen ergeben, wenigstens 10 Jahre hinzufügen und erhielten somit ein Lebensalter von 70 Jahren. Da fing er erst an sein großes Werk, wenn auch nicht auszuarbeiten, — eine solche Frische läßt sich unmöglich bet einem 70jährigen Greise denken — so doch zum Drucke vorzubereiten, ein Geschäft, das namentlich in damaliger Zeit ״auch nicht merklich förderte und so von der Hand sich schlagen ließ." Seine Tage beendigte er in Neapel, wo auch sein Macabaeo gedruckt wurde, im Jahre 1638. Die Urtheile über dieses Heldengedicht, auf dessen Inhalt und Form wir später kurz zurückkommey, sind sehr verschieden und sich geradezu widersprechend. Es gab nämlich eine ganze Menge Zeitgenossen, welche es unter ihrer Würde hielten, den Macabaeo zu sehen, weil, wir brauchen es nicht zu sagen, ein Jud der Verfasser war, Andere lasen ihn freilich, konnten aber an dem ״Babylonischen" wie sie sich ausdrückten, keinen sonderlichen Gefallen finden. Die echten Kritiker, denen das ״Babylonische" eben keinen Grund zur Geringschätzung bot, zählen Stlveyra zu den vornehmsten, geistvollsten Dichtern ihrer Zeit und sein Werk zu den werthvollsten Epopöen, welche jene Periode aufzuweisen Hat, ja sie scheuen sich nicht, es in gewissen Beziehungen mit der Jliahe und Aeneide, diesen

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