Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 2 (November 1856)
- Article
- Geschichte der Juden
- Date
- 1856-11-01
- Page
- 73 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Das starre System des R. Weser b> Hyrkanos. 73 zwölfer sagte er: ich habe etwas darüber vernommen, hinsichtlich achtzehn sagte er: ich habe hierüber nichts vernommen. Sie fragten ihn hierauf: Also Alles, was Du lehrst, ist nur, was Du selbst vernommen!? worauf er erwiederte: nun nöthigt ihr mich, etwas zu sagen, was ich nicht aus dem Munde meines Lehrers vernommen habe: Nie war Jemand früher als ich im Lehrhause, nie habe ich im Lehrhause auch nur das Geringste geschlafen, nie habe ich das Lehrhaus verlassen, wenn noch ein Anderer dort blieb, nie habe ich ein profanes Gespräch geführt und nie habe ich etwas gesagt, was tchmicht aus dem Munde meines Lehrers vernommen." Diese Aeußerung Eliesers und weil wir in der That auch einigemale finden, daß R. Elieser an ihn gerichtete Fragen unbeantwortet ließ, weil er darüber ״nichts vernommen" hatte, genügten dem Vers., den R. Elieser zum Manne eines ״starren Systems" zu machen, nach dessen Prinzip man auch nicht ein Haarbreit habe weiter gehen sollen, als der vorhandene Traditionsstoff bestimmt und das dem selbstständigen Forscher kein Jota etngcräumt und das daher .namentlich den Deutungs- und Folgerungsregeln, מרות, nicht die, wie der Vers, meint, nur von den Hilleliten gezollte Anerkennung gewährt haben soll. Wir haben bereits die zahlreichen,Belege dafür gebracht, daß R. Elieser in Anerkennung und Handhabung der Midoth sich in Nichts von allen andern Meistern der Lehre unterschied, und daß diese Behauptung Hinsichtlich des R. Elieser ganz eben so in das .Gebiet der Fabel gehört, wie die frühere hinsichtlich der schämattischen Schule überhaupt, als dessen Anhänger N. Elieser eben wegen dieser Midoth-Scheu, wie der Vers, meint, gegolten. Allein wenn man auch, wie uns diese. Geschichte der Juden lehrt, einem kritischen Historiker der Neuzeit nicht zumuthen darf, sich durch ein mühsames, Schritt vor Schritt gründlich prüfendes Quellenstudium, in dem luftigen Fluge interessanter Combinationen stören , zu. lassen, so hätte, sie. doch schon das gewöhnlichste Nachdenken von dem völligen Irrigen einer solchen Auffassung überzeugen müssen. Schon die Zusammenstellung, in welcher R. E. sich über seine Art und.Weise äußert, zeigt, daß es sich hier nicht um ein System, ein wissenschaftliches Prinzip, sondern um eine individuelle Eigen- ^.thümlichkeit des Eharakters handelt.