Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 2 (November 1856)
- Article
- Cheschwan
- Date
- 1856-11-01
- Page
- 54 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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u Eheschwan. Brauchen wir daran zu erinnern, wie fast vier Wochen lang der Thischri unsere Väter aus ihren Weilern und Gauen, aus ihren Dörfern und Städten in den Mittelpunkt des Nationallebens zufammen berufen und zusammen gehalten hatte, fast vier Wochen lang unsere Väter als Volk Gottes um Gottes Thorah-Heiligthnm vereinigt zu leben hatten, und erst mit dem 7. Cheschwan האחרון שבישראל הניע לנהר פרת, der Letzte in Israel in die entfernte Heimath zurückgekehrt war? Auch in Jsrael'S Gegenwart, wo seine Feste nur schwache Rach- und Vor-Klänge einer alten und einstigen Herrlichkeit sind, und das Entzücken einer nationalen Simchath- Beth- Haschoebah- Begeisterung aus die bescheidene Seligkeit eines gemeinsamen Lulaw- und Hüttenfestcs, einer gemeinsamen Thorafreude einzelner kleiner Kreise zufammengeschmolzen ist, hat doch der Thischri den alten Zauber nicht verloren. Die gemeinsame Feier weckt doch immer frisch das gemeinsame Nationalgefühl wach, Privatsreuden und Privatsorgen gehen doch in die freudige Nationalstimmung -aus, und wenn der Feststraufl abgelegt, die Festhütte verlassen ist und die drei abendlichen Sterne auch der letzten Thorahfreude das Ende künden, zieht der Gedanke des fest- und feierlosen Winters mit seiner kälteren Vereinzelung der häuslichen Sorgen, des Familienlebens, der Einzel-Arbeit, mit berechnendem Ernste in das Herz und läßt die jüdische Brust nicht ohne eine gewisse Wehmuth aus den begeisternden Gcsammtkreisen gemeinsamer Gottesheiligthümer in den engen Kreis des stilleren, mühevolleren Etnzellebens scheidend zurückkehren. An der Schwelle dieses Einzellebens möchten wir einigen Bettrag zur Beantwortung einer Frage versuchen, die uns nicht selten cntgegengehalten worden, wenn wir in Gesprächen und sonst von der Verpflichtung zu sprechen wagten, die der einzelne Jude und die einzelne Jüdin für die gemeinsame Sache des jüdischen Heiligthums trügen, wenn wir die tiefe Ueberzeugung laut werden zu lassen wagten, wie nie und nimmer der ^einzelne Jude ganz, wie man spricht, ins Geschäft, in die Sorge für die Erhaltung des Hauses und der Familie aufgehen dürfe, wie seine Brust immer weit genug bleiben müsse um auch der jüdischen Nattonalsorge Raum zu bieten, und wie der Jude seinen Beruf ganz und gär verkenne, Ser mit der Bestellung von Vorständen und Rabbinen und mit Ent-