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Jeschurun · 1856-11-01 · Heft 2 (November 1856) · p. 55

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 2 (November 1856)
Article
Cheschwan
Date
1856-11-01
Page
55 (sequence 3)
Language
German
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Cheschwan. 55 richtung seiner Beitragsquoten sich der Verpflichtung und der Sorge für das jüdische Allgemeine entschlagen zu können meine. ״Was vermag denn der Einzelne fürs Ganze?" pflegte man dann wohl entgegenzuhalten, ״der Einzelne, ohne Bestallung, ohne Amt, ohne Vollmacht, ohne Einfluß? und zumal der Einzelne, mit seiner Fülle von Sorgen, mit den gesteigerten und immer mehr steigenden Anforderungen des geschäftlichen Berufs, die ihm in der That מקוצר רוח ומעבודה קשה kaum eine freie Minute zu einem freien Athemzuge lassen?" Die Bestallung, die uns Gott mit dem Namen: Jude ertheilt, hat nicht erst auf die anerkennende Bestätigung der Menschen zu warten, der Beruf, den uns Gott mit dem Namen: Jude gegeben, kann durch keinen andern Beruf, den wir uns selbst gegeben oder von den Umständen uns geben ließen, aufgehoben oder auch nur in das Dunkel eines nichtsbedeutenden Schattens zurückgcdräugt werden. ״ ,ארור אשר לא יקים את דברי התורה הזאת לעשות אוחםWehe dem, der diese Thorah nicht mit aufrecht erhält, sie zur Erfüllung zu bringen",' mit diesem Ruf hat Gott seinen Thorah-Bund für Alle besiegelt, und wie das Menschliche eines reinen griechischrömischen Bewußtseins die schönen Worte sprach: homo sum nihil huinani a me alienum pivto, ich bin ein Mensch und nichts Menschliches achte ich mir fremd, so hat mit noch tieferem Ernst und noch freudigerer Begeisterung jeder Jude zu sprechen: Ich bin Jude, und achte nichts Jüdisches mir fremd'. Was vermag aber in der That der einzelne Jude fürs jüdische Ganze?-Unendlich Vieles und nie mehr als gerade in einer Zeit, in welcher das Heiligthum trauert und die Thorah in Sack und Asche sich hüllt, in welcher nicht Viele für die jüdische Sache einstehcn und in welcher mit doppeltem Gewichte in die Wagschale fällt, was der Einzelne Wahres und Treues für Gott und seine heilige Sache übt. Wenn Judas Stämme Alle begeistert zum Heiligthume hinaufströmen, mag der Einzelne unbemerkt in die Gesammtheit aufgehen und viel mehr von der Begeisterung der Gesammtheit empfangen, als er ihr durch seinen reinen Sinn und seine begeisterte Treue spendet. Wenn aber die Wege , die nach Schilo führen, verödet liegen, Israels Söhne in ihren ״Weinbergen und Olivenhainen" ihre Reichthümcr, und die Priestersöhne in Gottes Heiligthum ihre 4*

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