Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1856)
- Article
- Unser Artikel: Die Conferenzen der Grands Rabbins zu Paris
- Date
- 1856-10-01
- Page
- 39 (sequence 19)
- Language
- German
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Uefcev die Couferenzen der Grands Radblns. 39 vorgehaltenen Spiegel des Allgemeinen zufällig so getroffen, daß Sie die Besonnenheit verloren, in Allem Beleidigungen erkannten, in unserm Artikel eine Schmähschrift erblickten und nun Ihr Dankschreiben an die Archives erließen, worin Sie mit der Märtyrermiene gekränkter Unschuld dem docteur fougueux eine Epistel über den Anstand und die geistliche Würde und die zu besänftigende Hitze und über Gott weiß was noch Alles lesen, weil er es gewagt die Zustände im Lichte der Wahrheit zu schildern und doch in seiner ״aufbrausenden Hitze", wie sie es nennen, noch so viel Besonnenheit hatte, daß er mit dem, was Sie seine ״abgeschmackten und lächer-- ltchen Deklamationen"nenuen und was Ihr Confr&re setu״polterndes Ge- Wäsche" nennt, so ganz und gar den Nagel auf den Kopf getroffen. Dies die Genesis Ihrer Epistel, die von Ihrer Beschränktheit und Ihrer Anmaßung wahrlich ein trauriges Zeugniß ablegen würde, wenn man nicht das Gefühl des Getroffen- und Betroffenseins mit in Anschlag bringen wollte, und deren Artigkeiten und Jmbecilitäten wir nicht besser zu züchtigen wissen, als daß wir sie im Ortginale und in möglichst treuer Uebersetzung unfern Lesern in der Anlage — zu deren Ergötzen würden wir sagen, wenn die Erbärmlichkctt nicht so traurig wäre — vorlegen. Sollen wir nun aber nach allem Dem noch fortfahren, die Röponse der Herren Cahen-Ulmann des Wetteren zu beleuchten? Sollen wir ihnen w.ch zeigen, welch einen unwürdigen Kunstgriff sie gebrauchen uns ihrem Publikum dahin zustellen, als hätten wir die Welt wegen ihrer Abschaffung der Piutim rc. in Harnisch gerufen, während wir doch diese und andere von den Conferenzen beliebten , religtons-gesetzlich nicht zu rechtsertigendcnMaßregeln nur im Vorübergehen erwähnt und vielmehr den überwiegenden Werth getadelt haben, den die Herren Erandrabbins aus Gegenstände des synagogalen Cultus legen, während der eigentliche jüdische Gottescultus, die Erfüllung seines Gesetzes mit Füßen getreten wird, die rsxoirss aber diesen Vorwurf, den eigentlichen Nerv unseres Arttkcls, ganz ignorirt? Sollen wir den Chef des französischen Indcnthums, den Herrn Oberrabiner des Central - Consistoriums noch fragen, ob er im Ernste den bereits bis zum Ueberdrusse widerlegten Sah mit unterschrieben, den sein College, Herr Cahen, aus der alten Rüstkammer der Reform hervorgelangt: daß ״Moses" die Opfer nur ״geduldet," die Propheten aber, die seinen Geist geerbt, gute Handlungen über Opfer gestellt, mit welchem Satze die Handlanger der Reform die Propheten als erste Reformatoren des Judenthums hinzustcllen belieben, welches Alles aber von jedem Worte, das Moses und die Propheten gesprochen, Lügen gestraft wird? Oder sollen wir das Curiosnm besprechen, daß uns ein Vorwurf daraus gemacht wird, den Mizwothverkauf mit unter die Gegenstände ge-