Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1856)
- Article
- Unser Artikel: Die Conferenzen der Grands Rabbins zu Paris
- Date
- 1856-10-01
- Page
- 33 (sequence 13)
- Language
- German
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I lieber die (Konferenzen der Grands NabbinS. 33 es erlaubt, eine größere Unwissenheit hinsichtlich der Verhältnisse eines Landes zn zeigen, über welches man sprechen will?!" Denn wir haben ja hierbei gar nicht״ spectell nur Frankreich im Auge gehabt. Wir sind jedoch so ehrlich zu gestehen, daß wir, als wir unser verhängnißvolles ״wenn" hinschrieben, in der Thal auch an die Möglichkeit gedacht, daß dieser hypothetische Sah vielleicht auch auf die französischen Gemeinden und ihre Rabbinen Anwendung haben könne. Wir wollen zugleich so ehrlich sein, htnzuzufügcn, wodurch uns der Gedanke einer solchen Möglichkeit gekommen. Seit wir einmal vor mehreren Jahren gehört, daß unsere afrikanischen Brüder in Algerien einen jungen französischen Mann znm Rabbineu bekommen, seitdem vermutheten wir, es müsse, wenn gleich nicht im Reiche Dänemark, so doch in den jüdisch französischen Communal-Wahl-Verhältnissen etwas faul sein- Unmöglich konnten wir uns diese Ernennung aus freier Wahl der Gemeinde hervorgegangen denken. Unmöglich, sagten wir uns, wird eine orientalische Gemeinde sich einen Mann znm Rabbinen wählen, der ihr an Sprach^ Sitte, Bildung, Wissens- und Lebensart, und vielleicht noch gar auch an religiösen Anschauungen und Grundsätzen völlig fremd sein muß, sicherlich, sagten wir uns — ohne der Persönlichkeit dieses uns ganz unbekannten Mannes irgend wie zu nahe treten zu wollen — ist dieser Mann der algierischen Gemeinde vom 6cm״ sistoire central gesetzt, und gestehen wir, daß wir an die Möglichkeit, einer solchen Bevormundung von Juden durch Juden, eines solchen Eingriffs in die religiöse Selbstständigkeit einer jüdischen Gemeinde durch Juden nie ohne die tiefste Entrüstung denken konnten. Dies die Genesis unserer vielleicht damals irrigen Vermuthung und unserer arriere pensee bet unfern hypothetischen ״Wenn." Nachdem wir nun aber in vollständiger Beichte die geheimsten Falten unseres Innern heransgekehrt und den Herren Cahen-Ulmaun Rede gestanden, bitten wir, die Rollen zu wechseln, bitten wir diese Herren einmal im Beichtstuhl Platz zu nehmen und uns — und mit uns dem ganzen französischen jüdischen Publikum, dessen Sache sie führen — Rede zu stehen. Also, meine Herrn, wenn ich, was ich zufällig nicht gethan, behauptet hätte, in Frankreich gingen die Rabbinen nicht aus der 3