Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1856)
- Article
- Unser Artikel: Die Conferenzen der Grands Rabbins zu Paris
- Date
- 1856-10-01
- Page
- 29 (sequence 9)
- Language
- German
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lieber die Konferenzen der Grands NaMnö. 29 den, daß ein neuer Gottesdienst eingeführt werden sötte, eine Ceremonie zu organisircn, deren Programm gleichförmig in den Synazogen angenommen werden solle, Beschlüsse zu fassen. Alles dies geht weit über die Grenze einer simple conf&ence, eines entretien hinaus, qui a pour but de fournir ä M. M. les grands rabbins l’occasion, de s’eclairer rdciproqnemcnt et d’dchanger leurs iddes, weit hinaus über die Grenze einer einfachen Besprcchting, einer Unterhaltung, die nur den Zweck hat, den Herrti Obcrrabbinen die Gelegenheit zu verschaffen, sich gegenseitig aufzukläreu und ihreJdecn nnszutanschen! Und wenn man jetzt, nach gefundenem Widerstand, geneigt ist, das ganze Ergebniß dieser Confercnzen auf jene ursprüngliche unschuldige Idee znrückzuführen, so ist das hintennach wohl leicht begreiflich, ändert aber Nichts an dem ursprünglichen Faktum. Und wo wir die Majorität gesunden, die ihren Willen der Minorität ausdrängen wolle? Von einer Majorität, die ihren Wtllen einer Minorität ausdrängen wolle, haben wir nicht gesprochen, wohl aber von einer Majorität, die ihre Ansicht der Minorität ausgedrängt hat, von einer Majorität, die Cottegen, welche nach der ausdrücklichen Erklärung ihres Präsidenten zu einem einfachen entretien, zu einem einfachen Ideenaustausch, nicht aber zu einer Verlängnung ihrer Ansichten vor den Augen des Publikums geladen und gekommen waren, hintennach zu einer Abstimmung und zu einer Veröffentlichung der Resultate dieser Abstimmung genöthigt hat, ohne namhafte Bezeichnung der dissentirenden Mitglieder, ja sogar ohne auch nur anzudeuten, daß und ob überhaupt eine dissentirende Minorität vorhanden gewesen. Von einer Majorität haben wir gesprochen, die so wenig Rücksicht auf die individuelle Ueberzeugung ihrer dissentirenden College» genommen, daß sie es nicht gescheut Männer, die zu einem simple entretien mit ihnen gekommen, durch ihre Abstimmung und anonyme Veröffentlichung der Resultate in den Augen des Publikums, und was noch mehr ist, in den Augen ihrer Gemeinden als Träger von Ideen erscheinen zu lassen, die sie nach ihrer in- »ersten Ueberzeugung verwerfen. Von dieser Rücksichtslosigkeit, von diesem moralischen Zwange haben wir gesprochen — und was haben die Herren Cahen-Ulmann hiegegen vorgebracht? Was aber die latitude. die freie Hand betrifft, die ja den