Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1856)
- Article
- Tischri
- Date
- 1856-10-01
- Page
- 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Hagar und JSmael. 9 tenden Kindes nicht mit anzuschauen — da ries ihr ein Engel vom Himmel: ״Was verzweifelst du, Hagar, fürchte dich nicht, gerade dort, wo er ist — באשר הוא שם — hat Gott schon das Flehen des Knaben erhört — Gott öffnete ihre Augen, sie sah einen Brunneu und ging und füllte den Schlauch und tränkte ben Knaben" — und du willst verzweifeln, Unglücklicher, wenn die Wüste des Elends dich anstarrt, und dir die Hoffnung für dich, die Hoffnung für die Deinen schwindet —? Lerne auf Hagar schauen am Rosch Haschanah-Tage, lerne Gott um Einsicht bitten, daß er die Augen dir öffne, seine Hülse zu schauen, wo er sie dir gewährt באשר הוא שם. Gerade da, wo wir verzweifeln, quillt der Born der göttlichen Hülfe, aber unsere Verzweiflung macht uns blind, und läßt uns in der Ferne suchen, was Gott zu unsern Füßen gelegt. — קומי שאי Ermanne dich am Rosch Haschanah-Tage, stehe auf, trage muthig, was dein Gott dir auferlegt, pflege rüstig, was dein Gott dir anvertraut. Nicht dem Verzweifelnden, dem Muthigen ist Gott nahe. Nicht der Verzweifelnde, der Muthige schaut Gott und seine Hülfe. Erst: ״stehe auf, nimm den Knaben auf und pflege ihn mit fester Hand —" und dann erst: ״da öffnete Gott ihre Augen und sie sah den Brunnen —" Und nun gar Channah und Samuel! ״ אל הנער הזה התפללתיUm diesen Knaben habe ich gebetet", mit diesen Worten ward das jüdische Weib, die Mutter Samuels, Vorbild und Lehrerin aller Beter auf Erden, zeigte Channah die Kraft des Gebets, den stillen Weg aus dem Herzen zum Welten beherrschenden Gott und die laute freudige Erhörung des dem Gebete der Menfchengemüthcr lauschenden Meisters der Welt. Häuslicher Kummer, Kränkung im Schooße der eigenen Familie, das sind die stillen Nager am Herzen der Sterblichen, das sind die feinen Nadelspitzen, deren kleine Wunden das grobe Auge der Welt verlacht, an deren unaufhörlichen, unvermeidlichen Stichen sich aber so manches Herz verblutet; denn sie treffen den Menschen eben da, wohin er sich sonst aus dem Kampfe der Welt Frieden suchend flüchtet, und umwandeln ihm den Hafen der Ruhe selber zu einem Dornen umfriedigten Stachelgehege. Kommet her ihr Müden Alle mit dem blutenden Herzen, mit den