Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1856-1857)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1856)
- Article
- Tischri
- Date
- 1856-10-01
- Page
- 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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4 Tischrr- Bilder. entschwunden. Gott ist jeder Vergangenheit Zeuge und Richter: .זכרונורת שופרות Und eben darin hat auch die Zukunft ihren gestcherten, freien Boden. Es ist nicht der Zufall und ist nicht eine blinde Nothwendigkeit, die unsere Zukunft heraufführt. In unserer Vergangenhett wurzelt unsere Zukunft. Kind unserer Vergangenheit ist ein jeder unserer künftigen Momente. Allein es ist Gott, der dieses Band der Vergangenheit und Zukunft gewoben; nein, es ist Gott, der dieses Band der Zeiten webt. Das Gesetz, das jeden kommenden Augenblick als Wirkung aus dem ursächlichen Schooße des vergangenen keimen läßt, dieses Gesetz, das Band des Universums, das Er gesetzt, ist noch in seiner Hand. Allmächtig frei steht Er über der Nothwendigkeit, die Er geschaffen, und hebt in das Bereich Seiner Freiheit alle Die hinüber, die das Bewußtsein der Freiheit in sich nicht ertödten, die in' dieser Freiheit sich mit dem einen einzigen Freien verwandt fühlen und sich ihrem Vater, dem einen einzigen Freien, als ihrem Erlöser in die Arme werfen. Mag aus dem ursächlichen Schooße der Vergangenheit Sünde, Knechtschaft und Tod als Wirkung keimen, Gottes,Schofarruf sprengt die Banden des sittlichen, gesellschaftlichen und leiblichen Todes und ruft als Erlöser alle Gestorbenen und Verlorenen aus den Gräbern der Sklaverei und der Verkommenheit zu׳ Licht und Freiheit und Leben. Gott ist jeder Zukunft Vater und Erlöser: שופרות. Gott aber als Herrn, und Meister, als Zeugen und Richter, als Vater und Erlöser im Herzen zu tragen, unsere Zukunft Ihm, als unserm Vater und Erlöser zu überlaffen, unsere Vergangenheit unter seinem prüfenden Richterauge zu wissen, und unsere Gegenwart in dem Dienste unseres Herrn und Meisters auszufüllen, wie wir uns dies in jeder Berachah entgegenhaltcn, — ה' — אלקעו:— מלך העולם, das ist die Weisheit und der geistige Lebenöodem, die die jüdische Brust in jedem Augenblicke erfüllen und durchs ganze Leben geleiten sollen. Jeder Augenblick von seiner Gnade gewährt, in seinem Dienste durchlebt, feiner Gerechtigkeit überantwortet und seiner Gnade empfohlen — das umwandelt das Dasein zum jüdtschen Leben. Diese Gottesgedanken aber, die uns das Jahr hindurch gelciten und durch alle heiteren und trüben Stunden des Lebens siegreich