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Jeschurun · 1856-10-01 · Heft 1 (Oktober 1856) · p. 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1856-1857)
Issue
Heft 1 (Oktober 1856)
Article
Tischri
Date
1856-10-01
Page
3 (sequence 3)
Language
German
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IRI
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1. Die weibliche Gruppe am Rosch Haschanah. 3 rufen bestimmt ist, und haben seine Töne in Worte übersetzt und haben seine Botschaft in Sätze gekleidet, die eben das זכרון חרמנה, das Denken und Gedenken, das Anetgnen und Festhalten der Neujahrs-Botschaft des Schosars vermitteln. Es ist die Zeit, die ruft, und es ist Gott, der den Nus der Zeit an die Wände unserer Brust schallen läßt. Dreifältig ist das Wesen der Zeit. Der kleinste Tropfen, den wir aus dem bahinstießenden Strome der Zeit abschöpfen, der kleinste Moment, den wir aus dem Meere der Ewigkeit zur Betrachtung sesthalten, enthält das dreifältige Wesen des Ganzen und ist aus den in ewigem Wechsel begriffenen drei Zeitelementen zusammengewoben. In jedem Augenblick reichen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft die Hände. Jeder Augenblick ist Gegenwart, war Zukunft, wird Vergangenheit, und tauscht diesen Charakter mit der Schnelle des 'Gedankens. In Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft liegt aber das ganze Gehetmniß unseres Seins. Hat die flüchtige Gegenwart einen Halt, die entschwundene Vergangenheit eine Gegenwart, die kommende Zukunft einen Boden? Oder ist Alles vergänglicher, nichtiger Tand, daherströmend aus einem Born, wir wissen nicht woher, dahinströmend zu einem Ziele, wir wissen nicht wohin, Alles vergängliche, sich selbst brechende Wellen, und wir — nur die Blasen daraus, die buntfarbig schillernden Blasen, die sich bauschen, und tanzen und brechen, um spurlos zu zerfließen? niwbv Gott ist der Halt der flüchtigen Gegenwart, in seinem Dienste steht der winzigste gegenwärtige Moment der Zeit, hat in seinem Reiche eine Aufgabe zu lösen und tritt mit dieser Lösung in den göttlichen Kreis ewiger Bedeutung. Gott ist jeder Gegenwart Meister und Herr: זכחגוח Aber eben darum ist auch nichts Vergangenes vergangen. In Gottes Bewußtsein sind die flüchtigsten Momente der fernsten Vergangenheit gezeichnet, Ihm ward ja jeder Augenblick gelebt, als er Gegenwart war. Er hat die Frucht eines jeden solchen Lebensaugenblicks ausgenommen und bewahrt sie, und prüft sie und gedenkt ihrer, wenn sie dem Bewußtsein der Sterblichen längst

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