Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 12 (September 1856)
- Article
- Einweihung der von Frau Elise von Herz Lämel gestifteten Anstalt in Jerusalem
- Date
- 1856-09-01
- Page
- 657 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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gestifteten Anstalt in Jerusalem. 657 der Sängerchor unter Musikbegleitung die österr. von Dr. Letteris ins Hebräische übersetzte Volkshymne, die in Prachtexemplaren gedruckt während des Gesanges vertheilt wurde. Der Eindruck war eigenthümltch, in der uralten, dreimal heiligen Stadt ein dem österr. Nationalgemüthe entsprungenes Lied in der Sprache der ewigen Psalmen zil vernehmen. Der Redner wendete sich hieraus an den k. k. österr. Consul und empfahl die Anstalt seinem ferneren Wohlwollen, seinem Schutze und der treuen Aufsicht und Sorge des leitenden Schulcomit6's, welches aus drei aus der Mitte des hohen geistlichen Kollegiums von Jerusalem gewählten Rabbinen, den Herrn: Chasan, Mejuchas und Panagel und den Herren Doktoren Frankel und Neumann zusammengesetzt ist; jener Arzt des Montesiortschen ״Dispensatvry", dieser Direktor des Rothschild'schcn Hospitals in Jerusalem. Der Redner fuhr fort: ״Nicht lange ist es, daß der Mund Abdul Medschtd's die Gleichberechtigung aller seiner Anterthanen aussprach und so dem Juden auch das lang versagte Menschen- und staatliche Recht wiedergab. ״Schulen, Erziehung, Bildung, Kultur" sind jetzt Losungsworte auf einem Gebiete, wo man sie fett 4 Jahrhunderten kaum vernommen hat. Vor wenigen Monden erging der Befehl an alle Rabbtnen des weithin gedehnten türkischen Reiches, Schulen zu errichten. Ich fühle mich glücklich, der Ueberbrtnger, der Bote einer Lehranstalt, der Ersten zu sein, die seit dem Befehle des Großherrn gegründet wird. Heil Abdul Medschid!" Der Sängerchor sang hierauf einen hebräisch gedichteten Segen, welcher der türkischen Volkshymne, der sogenannten ״Araba" angepaßt war und der in zahlreichen Exemplaren vertheilt wurde. Ein Prachtexemplar mit einer türkischen Uebersetzung wurde Sr. Exzellenz dem Pascha Kiamil mit der Bitte überreicht, dasselbe Sr. Majestät dem Sultan zuzusenden, was auf die freundlichste Weise zugesagt wurde. Nun folgte das Gebet zum Andenken für Verstorbene: für Herrn Simon Edlen von Lämel und den durch seine testamentarischen, wohlthätigen Verfügungen berühmten Amerikaner Turo. Dieser frommen Gedächtntßseier, welche von der ganzen Ver-- 41