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Jeschurun · 1856-09-01 · Heft 12 (September 1856) · p. 658

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 12 (September 1856)
Article
Einweihung der von Frau Elise von Herz Lämel gestifteten Anstalt in Jerusalem
Date
1856-09-01
Page
658 (sequence 5)
Language
German
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IRI
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658 Einweihung d. v. Frau E. v. Herz-Lämcl gestist. Anstalt 1• Jerusalem, saunnlung stehend vernommen wurde, folgten die ״Mischebe - rot" (Segenssprüche) für Frau Elise von Herz-Lämel, für die Herrn Vertreter der Cultusgcmeinde in Wien, als Kuratoren, für die Vorsteher und Nabbtnen Jerusalems, für Montefiore, Rothschild, Albert Cohn, für das leitende Schulcomitö, für die Lehrer und Schüler. Der Chor schloß hieraus mit dem 126. Psalm: ״So Gott wieder Herstellen wird das verbannte Zion," die wahrhaft erhebende Feier, wie eine gleiche kaum in Jerusalem noch begangen worden ist, und die durch die Szene, auf der sie stattfand, einen etgenthümlich wehmüthigen und heiligen Charakter annahm. Nachdem die Vertreter fast aller europäischen Großmächte Hrn. Dr. L. A. Frankl zu dem glücklichen Gelingen ihren herzlichen Glück- Wunsch dargebracht hatten und ihn ersuchten, der Dolmetsch ihrer Gefühle und Anerkennung bet der ״magnanimen" Stifterin zu sein, wurde die Versammlung im schon eingerichteten Speisesaale der Anstalt nach orientalischer Sitte mit Erfrischungen bewirthet*), wobei die glänzenden Weihgeschenke, welche meist aus Wien für die Austalt gesendet wurden, bewundert in Augenschein genommen wurden. Solcher Reichthum mag wohl oft hier gesehen worden sein, kaum jemals solcher Geschmack und solche Kunst. Am daraus folgenden Sabbath fand nach der in der heiligen Stadt üblichen, uralt frommen Weise**') der erste Gottesdienst unter der Leitung und Mitwirkung der oben genannten Comits- und Syn- Hedrion-Mitglieder der Großgemeinde von Jerusalem statt, bei dem sich auch eine große Anzahl von Gemeindemitgliedcrn und Frommen etngesunden hatte, um fortan jeden Morgen und Abend abgehalten zu werden. *3 Gleichzeitig wurden die Armen Jerusalems reichlich mit Brod betheilt. **.) Nach der Denkschrift des Herrn Deutsch sollte beabsichtigt worden sein, einen europäisch-modernen Gottesdienst dort einzuführen. Die Red.

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