Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 12 (September 1856)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1856-09-01
- Page
- 643 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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aus Hannover. - 643 len wahrhaft ernst ist, zu Bürgen für die Erhaltung des jüdischen Lebens in unserer Gemeinde nach uns schaffen. Nicht daher aus Verschönerung des Gottesdienstes muß unser Augenmerk gerichtet sein, nicht die bessere Beleuchtung unserer Synagogen ist die conditio sine qua non, wofür es gilt im Augenblick in die Schranken zu treten, der Unterricht unserer Kinder, die Schule ist es, wofür wir thätig, unermüdlich thätig sein müssen. Und nicht genügt es, eine gute Reltgionsschule herzustellen. Eine Religionsschule, und wäre sie die beste, sie vermag nur Geringes zu leisten. Den ganzen Tag werden unsere Kinder von dem Unterricht in den Real- und Gelehrtenschulen in Anspruch genommen und nur mit Unlust können sie sich einem Gegenstände zuwenden, der ihne!» die schönen Stunden der Erholung raubt. Und was nun vollends unsere Reltgionsschule leistet, darüber, glauben wir, hat schon längst die öffentliche Meinung ihr Urtheil gesprochen, davon legt die Unwissenheit unserer Jugend das traurigste Zeugniß ab. Freilich lassen viele Eltern ihren die christlichen Anstalten besuchenden Kindern Unterricht im Hebräischen, wie man das nennt, von den Schülern des Lehrerseminars ertheilen; aber die Früchte dieses Unterrichts sind auch nttr sehr gering, wie sie denn auch nicht reichlich ausfallen können. Zunge Leute von sechzehn bis achtzehn Jahren, die oft zum Thetl mit nur sehr bescheidenen Vorkenntnissen tn's Lehrerseminar eintreten, und deren vollendete Reife nach Beendigung ihrer drei bis vierjährigen Studien hier darin besteht, sich einige Kenntniß im Thenach, ein mittelmäßiges Verstäudntß des Raschikommentars zur Thora, der Mischna und des Schulchan-Aruch zu erwerben, von denen es aber nur sehr Wenige durch Selbststudium dahin bringen, das Wesen des Judenthums zu erfassen, die weltgeschichtliche Bedeutung desselben zu begreifen — die sind bet dem redlichsten Eifer, mit dem besten Willen außer Stande, das Gemüth unserer Kinder zu erwärmen für unser heiliges Gesetz, und in den zwei bis drei Stunden ״Hebräisch" wöchentlich unsere Zugend mit der Kenntniß der ganzen heiligen Schrift für's Leben auszurüsten. Die dahier bestehende M. M. David'sche Fretschule, worin in den Realwissenschaften sowohl, als in den speciell jüdischen unentgeltlicher Unterricht ertheilt wird, ist, wie bereits früher erwähnt, 40*