Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 12 (September 1856)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1856-09-01
- Page
- 642 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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642 Correspsnben; unserer heiligen Schriften besitzen; wie viele Jünglinge kann unsere Gemeinde auswetsen, die auch nur im Entferntesten eine Ahnung haben von dem, was die Thora uns sein soll?? Sollen wir nun auch noch fragen nach dem, was unsere Töchter von der jüdischen Religion, in der ste sowohl, wie unsere Sohne, ״confirmirt" werden, begriffen und in sich ausgenommen haben? Sollen wir nun noch fragen, wie viel Seelen׳ unsere Gemeinde unter dem jüngeren, Heranwachsenden Geschlechte zahlt, denen die Erfüllung der jüdischen Gesetze noch als eine hohe, heilige, bindende Aufgabe erscheint, und sollen wir uns wundern, wenn uns die'Statistik ans unsere Fragen mit nur sehr, sehr bescheidenen Ziffern antwortet? So ergiebt sich denn bet ruhiger Anschauung das betrübende Resultat, daß-von unserer Jugend nur ein äußerst geringer Thcil Garantie für die Erhaltung des Judenthums bietet, und daß unsere Befürchtung für die Erhaltung des jüdischen Lebens in unserer Gemeinde eine leider nur zu gerechtfertigte ist. Was nützt es, wenn der Gottesdienst besucht ist, wenn das jüngere Geschlecht Nichts von dem gottesdienstlichen Geiste in's Lebett witntmmt? Welche Beruhigung vermögen selbst die augenblickltch noch nach jüdischen Vorschriften geordneten allgemeinen Anftalten zu -gewähren, wenn die kommende Generation das Bedürfnis; dieser Anstalten gar nicht fühlt? Wie kann überhaupt der erfahrene Arzt noch Leben und Genesung erblicken, wenn er den Geist schon entfliehen fleht, wahrend der Körper noch momentan in der Ausübung seiner Funktionen verharrt? And in der That befindet sich unser Gemeindekörper in einem ähnlichen Zustande. Die Wenigen, in denen der Geist der Thora noch lebendig und rege ist, sic gehen früher oder später dahin und sehen -schon jetzt mit sich beinahe das jüdische Leben iu unserer Gemetnde beschlossen. Aber noch ist es nicht zu spät, nachzuholen und zu verbessern, wo man versäumt und gefehlt hat. Können wir auch die schon Heranwachsende Jugend, die, wie wir gezeigt, zum größten Theil dem väterlichen Heiligthum entfremdet, nicht mehr zu ihm zurückführen, unsere Kleinen, die noch auf dem Schooße unserer Frauen sich schaukeln und die noch das Leben nur im Spiele kennen, die können wir, wenn es uns mit dem Wol-