Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 12 (September 1856)
- Article
- Aus Hannover
- Date
- 1856-09-01
- Page
- 644 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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644 Correspondenz eine gut fundirte Stiftung, die ad er als öffentliche Gemeindeanstalt nicht gelten kann, und wird nur von Unbemittelten benutzt. Was uns Noch thut, was unsere Heranwachsende Jugend dem jüdischen Leben erhalten kann, ist daher nur die Errichtung von Anstalten, worin unsere Kinder ans acht jüdischer Hand und Gesinnung die Kenntniß der Thora mit der Kenntniß der übrigen Wissenschaften erhalten, ist mit einem Worte eine gediegene jüdische Realschule. Nur in einer solchen Anstalt wird die Erwerbung der speciell jüdischen Wissenschaften nicht collidiren mit dem Streben nach den allgemeinen Kenntnissen, vielmehr wird Eins das Andere tragen — und nur so können wir unsere Kinder zu gebildeten jüdischen Bürgern erziehen. Lassen wir doch fahren einen falschen Standes- und Besitzes- Hochmuth, fahren allen sonstigen Familienzwist, fahren jeden Parteigetst und einigen wir uns zur Begründung einer solchen Schule. Bevor wir Banquiers und Collcctenre, Kausseute und Handwerker sind, sind wir Inden — und der Banquier,^wie der Handwerker haben die gleiche Pflicht, ihren Kindern die Thora und die allgemeine Bildung zu reichen. Haben wir denn uns überhaupt so sehr danach zu sehnen, unsere Kinder den sogenannten ״höheren" Bürgerschulen zu übergeben? Ist es denn der Geist der Aufklärung, der wahrhaften Bildung, die kein Vorurtheil kennt, der sie dort grüßt? Wird ihnen nicht vielmehr das, was wir uns soeben selbst sagten, daß wir zuerst Juden seien, dort aus nichtjüdtschem Munde in ganz anderer Gesinnung vorgehalten? Wir haben 'nicht nöthig, unfern Mitbürgern hier all die schönen Geschichtchen von dem Geiste der ״vorurtheilsfreien" Aufklärung zu erzählen, der zum Thetl noch in unseren besseren hiesigen Anstalten weht. Warum sollen wir uns also drängen zu einer eingebildeten Ehre, die man uns mit so mtßmuthigem Antlitze gönnt, warum sollen wir um dieser vermeintlichen Ehre willen das zarte Gefühl unserer Kinder Beletdtgungen und Zurücksetzungen aussetzen, während wir doch selbst uns alle die Vorthetle, die diese Anstalten gewähren, schaffen können — so wir nur wollen. Ja, wollen müssen wir zuerst und zwar ernst, ernst und redlich wollen und müssen dann ablegen alle und jegliche Nebenrücksichten, müssen uns nicht scheuen, unsere Banquierökinder mit