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Jeschurun · 1856-09-01 · Heft 12 (September 1856) · p. 634

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Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 12 (September 1856)
Article
Über die Verhältnisse der Juden in Rußland
Date
1856-09-01
Page
634 (sequence 3)
Language
German
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634 Die Verhältnisse welche die Provinzen deS ehemaligen Königreichs Polen bewohnen. Wenn Kaiser Alexander Gerechtigkeit für Alle zur Grundlage seiner Regierung gemacht, wenn die Entwicklung der unermeßlichen inneren Kräfte Rußland'S der Gegenstand seiner besonderen Fürsorge ist: so kann es nicht anders, als daß sein Blick auch auf diesen, wahrlich I an verborgenen Getstesgaben und Energie nicht gering zu achtenden Theil seiner Völker fällt. In seiner Weisheit wird er dann die traurige Lage, das unsägliche Elend derselben in Erwägung ziehen. Gewiß wird jede Milderung ihres Geschickes nicht nur die dankbarsten Unterthanen aus ihnen machen — haben sie doch ihren Patriotismus bet jeder Gelegenheit thatsächlich bewiesen — sondern ihnen auch Gelegenheit geben, tu die Reihe der nutzbringendsten Glieder des Staates einzutreten. Haben sie innerhalb ihrer etgenthümlichen Verhältnisse, welche sie von allen Seiten einschnürten, eine bewunderungswürdige Festigkeit in ihrem Glauben, und eine erstaunliche Kraft, dennoch geistig nicht unter zu gehen, erwiesen; ist es ihnen selbst jetzt gelungen, ihrem Daterlande wesentliche Dienste zu leisten und bei den großen Lieferungen für das Militär, dem Festungsbau rc eben so, wie beim Steinklopfen aus den Chauffeen; in großen Handelsgeschäften, die das ganze Reich befassen, wie als Handwerker aller Art ihre geistige Gewandheit und körperliche Taugltchkett zu erweisen — in manchen Gegenden, z. B. tu der Augustow'scheu Provinz, sind sie die alleintgeu Handwerker, und zwar der gröbsten, wie der feinsten Art — wie großartig könnten sie sich entwickeln, wie Erstaunliches für die Wohlfahrt der Gesellschaft leisten, wenn ihnen mildere Gesetze nur etwas Luft schafften. Und in der Thai hat sich Kaiser Alexander H, während seiner noch so kurzen Regierung auch den polnischen Juden als ein gnädiger Regent gezeigt. Um nur Einiges anzuführen, so hat Se. Majestät dem Paskowtez-Fond zur Ausstattung jüdischer Mädchen 300 Rubel gewährt, als jener Fond in gegebenem Falle nicht ausreichte; zur Speisung jüdischer Armen in Warschau ertheilte der Kaiser ein Gnadengeschenk von 2000 Rubel. Fürwahr, wo schon die Gnade sich so bethätigt, wird die Gerechtigkeit, welche die einzige wahre Staatsklugheit ist, noch Mehres gewähren. Die eine halbe Million Seelen betragende Anzahl Juden im Königreiche Polen, (ein Achtel der ganzen Bevölkerung) steuert zu

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