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Jeschurun · 1856-09-01 · Heft 12 (September 1856) · p. 629

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 12 (September 1856)
Article
Elul
Date
1856-09-01
Page
629 (sequence 5)
Language
German
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Zu den Seltchoth-Tagen. 629 dem, was wir in der Zeit volldringen, Hallen unsere Jahre und Monate, unsere Wochen und Tage Bedeutung. Unsere Vergangenheit, mit Allem, was sie uns gewährte oder versagte, war ja nur ein für unsere Pflichterfüllung gewährter Raum, ein für die Lösung unserer Aufgaben gestellter Boden, und wo ist das Ziel für diese Pflicht, wo die Grenze dieser Aufgabe, daß wir je sagen könnten, nun genug, ich mag, ich bedarf der kommenden Zeit nicht mehr, ich Halle meines Lebens Bedeutung erschöpft. Unsere Zukunft, was sie uns bringen möge, Süßes und Bitteres, Freud und Leid, wer mag'ö ermessen, und wenn wir danach ihre Bedeutung für uns feststellen, wer ist's, der nicht zagend und fürchtend einer jeden Zukunft entgegenginge, wen schreckte der bange Zweifel nicht, ob sie nicht Zerstörung bringen werde allen unseren Glücksblüthen, ob sie nicht allen unseren Hoffnungen Täuschung zu bringen komme? Der jüdische Mizwah-Gedanke ist aber nicht im Zweifel über die Zukunft. Mag sie Süßes oder Bitteres, Freud- oder Leidvolles in ihrem Schooße tragen, הגסחרוח לד' אלקינו, diese Mysterien überläßt er gerne seinem Gotte, ihn gelüstet es gar nicht den Schleier zu lüften; Eins ist ihm klar, ihm wird in aller Ewigkeit jeder Zeitmoment nur den Aufruf bringen, seines Gottes Gebote zu erfüllen, seine Aufgabe zu losen und in dieser Erfüllung und Lösung seinem Gotte immer näher zu kommen; er überläßt es Gott, ob er diese Erfüllung und Losung in Freud oder Leid, in Glück oder in Unglück fordern werde.!הנגלות לנו ולבנינו עד עולם לעשות אח כל דברי התורה הזאת Dem Dienste seines Gottes, der Erfüllung seines Willens, der Losung seiner Ausgaben wird es gelten, und er freut sich dieses Dienstes in Freude und in Leid — — Was wir mit diesen hingeworsenen Betrachtungen bezwecken? Nichts, als nnserm Verständniß den Ernst näher zu bringen, den der jüdische Lebensgedanke über den letzten Monat unseres Jahres verbreitet und die Bedeutung der Selichoth - Tage zu begreifen, die zu dem Anfänge unseres Jahres geleiten. Zum neuen Jahre geht's, und Freude soll das neue Jahr dir, soll es uns Allen bringen. Mit frischem, frohem, freudigem Muth sollen wir eS betreten, sollen, wenn es kommt, den Kelch des Heiles freudig zu unserem Gotte heben und ihm danken, festlich, froh und freudig danken, שהחיינו יקימנו והגיענו לוב!; הנה, daß er Leben und

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