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Jeschurun · 1856-09-01 · Heft 12 (September 1856) · p. 628

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 12 (September 1856)
Article
Elul
Date
1856-09-01
Page
628 (sequence 4)
Language
German
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628 Elul. erstehen. Die Unbesonnenheit, die gedankenlos das Heil vom Zufall hofft, die cs vergißt, daß jeder Mensch des eigenen Glückes Meister sei und Das nur glücklich mache, was der Mensch mit eigener Kraft errungen; die Gedankenlosigkeit, die von der Urne des Geschickes das große Loos erhofft, an das sie nicht einmal durch Einsatz den ersten Anspruch sich erworben — und ebenso der kecke Dünkel, der seine ganze Lebenskraft an die Erreichung eines selbstgeschaffenen Zieles setzt, der den ganzen Werth seines Daseins in die Erringung dieses einen Zieles aufgehn läßt, diesem Ziele mit rastloser Hast nachjagt und von dem Gelingen selbstgeschaffener Pläne seines Lebens Glück bedingt — beide werden sehr bald getäuscht und muthlos in verdrossener Schlaffheit an dem Markstein ihrer Laufbahn sitzen — weil sie das Heil von Außen erwartet oder an Gestaltungen der Außenwelt geknüpft, die sich ihren Berechnungen und ihren klügsten Vermittelungen entziehen, weil sie das Heil und die Freudigkeit und die Frische des Lebens überall, nur nicht da gesucht, wo sie allein zu finden. Nur der Ernst macht froh, nur die Bescheidenheit stark, nur Mizwah, Pflichterfüllung glücklich, und nur die ernste Arbeit nach den von Gott gesetzten Zielen giebt ewige Jugendkraft, giebt immer neue Freuden und immer neuen frischen Muth. Nur auf dem Wege der ernsten Arbeit nach dem von Gott gesetzten Ziele haben wir unser Lebensziel nie erreicht und nie verloren, und Beides gehört zur Jugend. Nur der ernste Arbetter nach dem von Gott gesetzten Ziele spricht: ״ ברון ד יום יוםGesegnet Gott für jeden Tag," ״gesegnet Gott mit jedem Tage", ׳עמם ״ לנוEr legt uns die Pflichten auf", ״er giebt uns des Lebens Ziele" ״ הא׳ ישועתנו טלהEr ist auch der Gott unseres Heils", ״er gibt auch die Kraft zu lösen die Pflicht, zu immer frischem Streben nach dem Ziele." Nur der jüdische Gedanke: Mizwah, der das ganze Leben in Pflicht, in Lösung von Gott gestellter Aufgaben, in Erfüllung göttltcher Gebote aufgehn läßt, nur dieser Gedanke vermag die Fülle der Seligkeit an jeden kommenden Augenblick des Lebens zu knüpfen, und jeden gewahrten Augenblick des Daseins als reiches Gnadengeschenk seines Gottes entgegenzunehmen. Nicht nach dem, was die Zeit uns bringt, mißt der Gedanke die Zeit; sondern nach

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