Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 11 (August 1856)
- Article
- Entdeckung alter Steinbrüche bei Jerusalem
- Date
- 1856-08-01
- Page
- 615 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Entdeckung eiltet Steinbrüche Bei Jerusalem. 615 tete dann wettere ähnliche Arbeiten. Wir bemerkten die große Aehnlichkeit zwischen den in diesen Brüchen ansgemeißelten Steinen und den wenigen Steinblöcken, die in die südöstlich« Ecke der Mauer von Jerusalem eingebaut find, und welche durch ihre Größe, ihr verwittertes Aussehen und die eigenthümlichc Verzierung ihrer Ränder so sehr ins Auge fallen. Wir verweilten zwei bis drei Stunden in den Steinbrüchen. Unsere Untersuchungen waren indeß Hauptsächlich der dem Thal Josaphat zugekehrten Seite gewidmet. Unser Führer behauptete, mehr nach Westen hin befinde sich ein Steinbruch des in den Straßen von Jerusalem so häufig zur Pflasterung verwendeten eigenthümlichc« rochen Marmors. Bon dem Platz aus, auf welchem wir eintraten, ging der Weg stufenweise hinunter; zwischen einigen der Steinbrüche aber gab cs breite, in den Felsen eingehauene Treppen. Ich besaß kein Mittel, um die Entfernnng zwischen den Decken der Gewölbe und den Straßen der Stadt zu beurthcilen; allein alles deutet darauf hin, daß die Dicke dieser Felsmassen ungeheuer sein muß. Die Größe und Ausdehnung der Höhlen bekräftigte vollkommen die Meinung, daß sie Steine genug geliefert hätten, nicht nur um den Tempel, sondern um ganz Jerusalem bauen zu können. Die Lage dieser Steinbrüche, die Art und Weise, wie die Steine abgelöst wurden, und die Augenscheinlichkeit, daß man die Steine vollkommen vorbereitete und zurtchtete, che man sie abführte, kann möglicherweise Licht aus die Verse der heiligen Schrift werfen, in welchen gesagt ist (2 Buch der Chronik, II, 18) : ״Und er (König Salomo) machte aus denselben siebenzigtanfend Träger und achtzigtausend Hauer aus dem Berge und dreitausend sechshundert Aufseher, die das Volk zum Dienste an hielten." Und wiederum, 1. Buch der Könige, VI, 7: ״Und da das Haus gcsetzet ward, waren die Steine zuvor ganz zugerichtet, daß man keinen Hammer, noch Beil, noch irgend ein Eisenzeug 'bei dem Bauen hörte." In einem der Steinbrüche war eine Wasserquelle, zu deren Aufnahme eine Nische in dm Felsen und eine Art Mulde auögehauen war. Das Wasser war mild und hell, für den Geschmack aber ein wenig unangenehm. Das Abbrennen unserer Kerzen be-