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Jeschurun · 1856-08-01 · Heft 11 (August 1856) · p. 607

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 11 (August 1856)
Article
[Rezension]
Date
1856-08-01
Page
607 (sequence 7)
Language
German
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Angezeigt von vr. Gugenhetmcr. 607 Vcrf.: ״Alle Gebote stehen sich an Trefflichkeit vollkommen gleich, ltttb es hat die eine jener beiden Klaffen durchaus keinen Vorzug vor der anderen. Nach der göttlichem Lehre ist auch kein Unterschied zwischen dem, der einen andern beraubt und dem der durch ein Schecrmcsser seinen Bart vertilgt, denn beide übertreten ein Verbot und verachten hierdurch Gottes Wort. Die Erkenntniß der Gründe der Gebote ist zu unserer Vervollkommnung keineswegs nothweudig, denn sonst hätte Gott sie uns nicht verschwiegen, da er ja die Gnade liebt, und nur unser Bestes will; und in der Wirklichkeit ist nur eine Alternative denkbar: Entweder glauben wir,׳ dasi uns diese Gebote von dem Schöpfer, gelobt sei Er! geboten wurden, oder wir glauben diesi nicht; glauben wir, daß sie Gottes Gebote sind, und wissen wir, daß Er allgüttg und die Urquelle aller Weisheit ist, und daß Er unseres Dienstes durchaus nicht bedarf und keineswegs irgend einen Nutzen von demselben hat: warum sollten wir dann nach den Gründen der Gebote forschen und nicht lieber Ihm mit vollem Herzen vertrauen, da Er uns ja die Versicherung ertheilte, daß wir durch die von Ihm gebotenen Handlungen unser wahres Wohl begründen, Glückseligkeit erlangen und Ihm wohlgefällig sein können, wie auch David sagte: ״Ewiger! nicht erhob sich mein Herz und nicht stolz waren meine Blicke, und nicht wandelte ich in Dingen, die für mich zu groß und schwierig sind: gewiß, ich habe beruhigt und beschwichtigt meine Seele, wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter." Ps. 137, 1. 2. Und da Gott einen Lohn für die Beobachtung gewisser Handlungen und eine Strafe für deren Uebcrtretung fcstsetzte und wir auch die Ueberzeugnng haben, daß von Ihm die Erfüllung seines Wortes mit Bestimmtheit zu erwarten ist, was liegt uns daran, den Grnnd der Sache zu erkennen? Psiegt denn der, der eine Arbeit verrichtet, für die ihm Lohn ertheilt wird, nach dem Nutzen zu forschen,^ den seine Arbeit bieten wird? Wenn man aber nicht glaubt, daß jene Vorschriften Gottes Gebote sind, welchen Vortheil könnten alle nur erdenklichen Gründe für dieselben bringen; denn was kann uns nöthigen, sie auszuüben, wenn sie uns nicht geboten sind, und wer könnte uns dazu zwingen, wenn wir an dem Nutzen, den sie gewähren, kein Wohlgefallen haben? Daher wird der Gläubige nicht das Bedürfniß fühlen, jenen Gründen uachzuforscheu und es genügt ihm

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