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Jeschurun · 1856-08-01 · Heft 11 (August 1856) · p. 606

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 11 (August 1856)
Article
[Rezension]
Date
1856-08-01
Page
606 (sequence 6)
Language
German
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606 זרע ישראל Proben a. t. 1. Nachl. d. H. Js. Deutsch u< s. w. allein noch weniger fortkommen. Er muß sich daher eine Tradition schaffen, vermittelst welcher er dann auch die Schrift zu vernichten sucht; darum sind auch die jüdischen Resornier bereits viel weiter gegangen, als Ronge je gehen wird. Die Nonge'schen Grundsätze können demnach der jüdischen Reform keinen Vorschub leisten; aber eben so wenig können sie ihr Nachtheil bringen. Sie haben mit einander nichts gemein, als daß beide religiöse Conflikte bilden." Wie der Verf. seine Ansichten nnverhüllt auösprach, so verlangte er auch von seinen Gegnern Geradheit und Redlichkeit, und suchte da, wo er diese vermißte, die durch Winkelzüge versteckt gehaltenen Ansichten in ihrem wahren Lichte und ihren wirklichen Consequenzen unzweideutig darznstellen, und so sagt er in einem Schreiben vom 19. Elul. 5605 (12. Setzt. 1.845): ״Ich begreife recht wohl, daß, gemäß erwähnter Theorie, die Braunschweiger Protokolle für heiliger, als die bisher heilige Schrift gelten können; denn diese gehört der Vergangenheit, ist todt, antiquirt u. s. w., jene hingegen gehören der Gegenwart, dem Leben rc. Der kurze Sinn aller langen Reden ist: Die Vernunft lehrt uns einen Gott und der Zeitgeist einen Cultus; aber die Rabbinerv ersammlnng hätte offen und ehrlich zu Werke gehen sollen. Sie mußten sagen! ״Höre Israel! der göttltche Funke in uns, genannt Vernunft, ist die einzige Offenbarung und der Zeitgeist der einzige Gesetzgeber. Was man dir als heilige Schrift ausgebunden, ist nichts als Sage und Mythe. Es hat sich auf dem Sinai Niemand geoffenbaret, alle sogenannten göttlichen Gebote sind eitele Menschensatznng, der damaligen religiösen Anschaunng entsprungen. Wir werden das Vernünftige und Gute ertrahiren, das Uebrtge hat aufgehört zu sein." Hätte man so gesprechen, dann wüßte Jeder, woran er ist, und an was er sich zu halten hat. So aber wird den Talmudisten ein System der Heuchelei angedichtet, das man schamlos genug, adoptiren und verewigen will." Wir erlauben uns nur noch, auch aus dem hebräischen Thctlc dieser Schrift in wörtlicher Uebersetzung eine Stelle hinzuzufügen, welche zugleich etwaige Mißverständnisse, die sich vielleicht aus den am 24. April und am 1. Juni 1838 geschriebenen Briefen ergeben könnten, zu beseitigen geeignet sein wirb. Bei einer Besprechung der Gebote hinsichtlich ihrer Eintheilung in solche, welche gegen Gott und solche welche gegen den Menschen zu erfüllen sind, sagt der

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