Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 11 (August 1856)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1856-08-01
- Page
- 605 (sequence 5)
- Language
- German
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Angezetgt von vr. Gugenhetmer. 608 sich — wie jener Referent meint — aus צורת מטבע nur zu gut! verstehen. Aber, Gott sei Dank, ich kann mich in Hinsicht der Uneigennützigkcit, mit allen modernen Rabbinern messen, allen Schellingianern, Hegelianern u. s. w. selbst mit denen, welchen Schinken und Austern munden; dies Zeugniß wird mir jeder Wahrheitsfreund, der mich keimt, gern geben. Ebenso wenig heuchele ich. Ja, ich heuchle sicherlich weniger als alle modernen Rabbiner; denn diese Herren alle, müssen noch immer etwas im Petto haben und getrauen sich nicht, ganz so zu leben, so zu sprechen, wie sie denken; ich hingegen kann und darf meine Uebcrzeugnng ohne Scheu offen legen; irre ich, nun, so haben Millionen, Jahrhunderte hindurch, ebenso geirrt. Ich ermahne meine Gemeinde allerdings, das Ceremonial zu achten, verabsäume jedoch keineswegs, sie über die Grund- Wahrheiten der Religion zu belehren, Moral und Humanität zu predigen. So ist cs mir Gottlob durch unablässiges Bemühen gej lungen einen Verein zur Beförderung der Handwerke hierorts ins! Leben zu rufen, wenn es auch die öffentlichen Blätter nicht ausposaunen. Daß ich von Chorgesang und Katechismus das Heil des j Judcnthums nicht erwarte, habe ich Ihnen schon längst gesagt; die Zukunft nur kann es lehren, in wie fern ich hierin irre. Vorläufig hat die alte, jetzt verrufene Richtung das Judenthum Jahrhunderte j getragen und erhalten, was die neue bringen oder schaffen wird, j steht noch dahin. Die Gegenwart bietet wahrlich die erfreulichsten j Auspizien nicht." — | In einem Briefe vom 13. Adar I 5605 (20. Febr. 1845) sagt! der Vers.: ,,Man kann die Resormversuche im Judenthum nicht zur -! Nicderhaltung einer geistigen Despotie als nothwendig bezeichnen; j vielmehr sind es gerade die Reformer, welche eine Art geistliche Macht creiren möchten. Für das Judenthum erscheint mir daher die! Ronge'sche Diversion ganz bedeutungslos. Das Christenthum hat in! der schriftlichen Lehre nichts Belästigendes; es genügt daher dem christlichen Reformer die lebendige Tradition aufzugeben. Auf dem Boden der Schrift steht er frei und unbeengt, ja der Boden ist ihm gar zu frei, zu kahl; er borgt dies und jenes von der Tradition,; und setzt sich höchstens dem Vorwurf der Inkonsequenz aus. Der j jüdische Reformer hingegen, der sich vom Zwange des Gesetzes emanj zipiren will, kann, wenn er nur die Tradition ausgibt, mit der Schrift