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Jeschurun · 1856-08-01 · Heft 11 (August 1856) · p. 598

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 11 (August 1856)
Article
Jüdische dramatische Dichter in Spanien
Date
1856-08-01
Page
598 (sequence 5)
Language
German
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598 IV. Moses Pinto Delgado. umzuwandeln. Nach einer kurzen Einleitung, in welcher sich seine Begeisterung für die fromme Königin und den fanftduldenden, sich vor keinem Sterblichen beugenden Mardochat ans spricht, beginnt er mit folgenden Worten die Erzählung: In Susa, der Hauptstadt, residirte Auf dem von Cyrus ererbten Thron Assuesrus, der über weite Reiche regierte — Allen Völkern und Edeln sprach er Hohn. Dieses in harmoniereichen Sextillen geschriebene Gedicht spricht für die hohe Begabung des Meisters, und mit Recht kann man ihn seiner schönen und blühenden Sprache wegen mit Lopez de Vega und Gongora vergleichen. In ähnlicher Weise, wie Esther, besingt er die Ruth, die arme Moabiterin, die aus Liebe zum Judenthum und seinen Satzungen ihrer Schnur folgte und Stammmutter von Israels Helden und Königen wurde. In den ersten Versen, welche dem Gedichte als Lob- Preisung Gottes vorangehn, deutet er den Inhalt des ganzen Buches an: Ueberall, wohin das Aug' sich wendet, Nur Gottes Wunder schwebt, Wie auf sein Geheiß der Berg sich senket! Auf seinen Wink das Thal sich hebt! Das letzte Produkt Delgado's, womit seine Thätigkeit endet, ist seine herrliche Nachahmung der Klagelieder. Er klagt und weint mit dem göttlichen Propheten um den Verfall seines Volkes, um die Einäscherung des Tempels, um die Fortführung seiner seit damals fremdes Joch ertragenden Nation. Dieses ist der Anfang seiner eigenen Klage: Aus tiefbetrübtem Herzen, Vom Wahne längst befreit, Gedrückt von meinen Schmerzen Will ich nur klagen heut. Will klagen mit dem Seher Um Sion, deine Stadt. Will weinen immer mehr, Daß sie gesündigt hat. Und sodann: Unglückliche, verlassene Stadt,

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