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Jeschurun · 1856-08-01 · Heft 11 (August 1856) · p. 591

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 11 (August 1856)
Article
Die jüdische Heiterkeit
Date
1856-08-01
Page
591 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Die jüdische Heiterkeit. 591 nur einmal so recht und ernst die ganze Bitterkeit der Sünde, des Schuldbewußtsetns zu kosten, und mit einem rechten ernsten Entschlusi sich aus den Banden der Sünde losrütteln zu wollen, ernstlich, ernstlich zu wollen — siehe, so ist sein Gott ihm nahe, kommt auf halbem Wege ihm entgegen, Hilst ihm den Steg über den inneren Feind erringen, und ist in jedem Augenblick bereit, den ergrautesteri Sünder rückkehrend aufzunehmen, liebend aufzunehmen und ihm ein erneuertes, heiteres, von allen trüben Schrecken der Vergangenheit gesühntes Leben neu zu schenken. Und keinen Menscheu, keinen Vermittler braucht der Jude zwischen sich und seinem Gotte. Still im eigenen Busen geschieht die Umwandlung, die Rückkehr zu seinem Gotte. Im eigenen Busen wohnt die Nacht, im etgenen Busen tagt es wieder. Im eigenen Busen ging er seinem Gotte verloren, inr eigenen Busen findet er ihn wieder, und in jedem Augenblicke, in jedem vermag er ihn zu finden: ״Suche mich, spricht sein Gott, ich bin ja zu finden, rufe mich, ich bin ja so nahe! Es verlasse der Sünder nur seinen Wandel, der Unrechtfertige seinen Sinn und kehre zu Gott wieder, der erbarmt sich sein, zu unserem Gotte wieder, der wird nicht müde, zu verzeihen." — Gott sprtcht's — er vernimmt'ö — kehrt zurück und stehet wieder auf lichten Hö- Heu in nie geahnter, heiterer Seligkeit! ״Und du wunderst dich", ruft ein jüdischer Weiser aus, nachdem er das Bild der jüdischen hiniedigen Glückseligkeit vorübergeführt, ״und du wunderst dich, dass die jüdische Bibel so wenig von der jenseitigen Glückseligkeit spricht!" Wie? Eine Lehre, die den Himmel auf Erden, die Gott im irdischen Menschenleben lehrt, eine Lehre, die dich hinieden schon, wo doch die Vergänglichkeit und die Dunkelheit des Leiblichen die Seele umgiebt und umfängt, hinieden schon die Gottesnähe und die heiterste Seligkeit finden lehren will, die braucht dich noch zu versichern, daß du Gott und Seligkeit entgcgengehest, wenn der Leib fällt und die Seele frei von irdischen Banden sich aufschwingt? Und nun in diesem selig frohen Leben und für dieses selig frohe Leben die täglichen Stunden des Gebetes, die wöchentliche Sabbathruhe, die monatliche Neumondssühne, die jahreszeitliche Festesfeier — Alles lebensfrische Seelenbäder, den Flügeln des Geistes und des GemütheS den trübenden Staub Gott fern gewordener,tr-

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