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Jeschurun · 1856-08-01 · Heft 11 (August 1856) · p. 577

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 11 (August 1856)
Article
Aw
Date
1856-08-01
Page
577 (sequence 9)
Language
German
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Zum Trauerfesttag der TempelzerstLrung. 577 die Verächter dieses Gesetzes, die die Gesetzestreue ihres Volkes als traurige Befangenheit beklagen, daß sie ihren vollen Haß seinen Chachamim, seinen Weisen zuwenden, daß sie den Karakter dieser Weisen und die Wirksamkeit dieser Weisen und ihre Lehre und ihre Weisheit und ihr Ansehen in dem Bewußtsein ihres Volkes herabzuwürdtgen sich bemühen, um so vielleicht das Bestehen dieses Gesetzes in seiner Wurzel zu vernichten. Eben dieser ihr Haß ist das glänzendste Credttiv der wahren Größe unserer Weisen, und nachdem sie dem göttlichen Gesetze in der Erkenntniß und der Erfüllung fremd geworden, und zu ihrer eigenen Rechtfertigung die Gesetzestreue ihrer Brüder als beklagenswerthe Versunkenheit verachten gelernt, müssen sie naturgemäß die hohen Meister Haffen, die dieses Volk durch Wort und Beispiel zu dieser Treue erzogen, und deren geistige That noch nach Jahrtausenden in jedem wahren Juden ihre Siege sonder Gletchen feiert, הא כל שאינו למר ואינו עושה ומואס אחרים סוף שהוא שונא אח החכמים. Aber auf diesem Standpunkt gleichgültiger Verachtung und unthätigen Haffes, bleibt der Abfall nicht stehen. כל שאינו למר ואינו עושה ומואס באחרים העושק ושונא את החכמים סוף שאינו מניה לאחרים לעשות, hat die Entfernung vom Gesetze im Lernen und Neben erst zur Verachtung der Uebenden und zum Hasse der Lehrenden geführt, dann geht dieselbe gar bald in vollendeten Fanatismus über, der in der Gesetzestreue ein Unglück oder gar ein Verbrechen erblickt, das nöthigenfalls mit Gewalt zu bekämpfen zum Verdienst erwächst. So lange der Anfall, noch jung und schüchtern, erst ansäugt sich von dem Kreise der Gesetzestreuen zu entfernen, da führt er die Worte Toleranz und Duldung im Munde, und spricht von Gewissensfretheü und wie Jeder mit seinem Verhalten gegen Gott nur Gott verantwortlich sei, und fordert im Namen der Toleranz und Duldung und Gewissensfreiheit das Recht, seiner Ueberzcugung gemäß, wie er es nennt, leben zu dürfen, und ist dann von einer so zartfühlenden Empfindlichkeit, daser über Intoleranz und Fanatismus schreit, wenn er im Kreise der Gesetzcstreuen auch nur einen Tadel oder einen Seufzer über seine Versündigung an einem Heiligthume begegnet, das den Uebcrzeugungen dieses Kreises als unverbrüchlich göttlich gilt. Aber auf diese Stufe angelangt vergisst er hie Prinzipien, die er Anfangs selbst auf seine Banner geschrieben

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