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Jeschurun · 1856-07-01 · Heft 10 (Juli 1856) · p. 559

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 10 (Juli 1856)
Article
Die Conferenzen der Grands Rabbins zu Paris
Date
1856-07-01
Page
559 (sequence 10)
Language
German
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der Grands RabbtnS zu Paris. 559 und seinem Gesetze abwendet, sinkt Synagoge imb Gottesdienst immer mehr und mehr zu einem Gespötte auf Gott und sein heiliges Gesetz hinab, und in einer solchen Zeit mit so überwiegendem Gewichte von Synagogen und Synagogen-Kultus reden, heißt die Verirrung immer großer machen, die Gewissen der Zeitgenossen immer mehr einschläfern, als ob auch das Judenthum eine ״Kirchen und Tempel- Religion" wäre und wenn nur die Gotteshäuser mit Andächtige» sich füllten, damit überall schon etwas fürs Judenthum geschehen sein würde! לחורה ולתעודה! Im Anblick des Gesetzes und Zeugnisses! In איסור כרת wird eine Generation erzeugt, mit איסורי כרת wird sie genährr, mit איסור כרת וסקילה ihr Brod gewonnen — und Grands Rabbins, Männer des göttlichen Gesetzes treten zusammen und ihre angelegentlichste Sorge ist — Piutim und Nigunim, Vorsänger- und Rabbiner-Rocke zu besprechen — und haben damit aus fünf Jahre genug gethan — ״Elle decide, en autre, que des Conferences auront lieu tous les cinq ans" -- gehe hin Israel und weine cs deinem Gott! Und wenn nun mit einem Male heute unsere Synagogen alle geschlossen würden, und es fände fortan auf weiter Gotteserde kein Wochen- und Sabbath-, kein Fest- und Jom Kippur-Gottesdienst mehr statt, bis auf פרשת וכור wäre ja mit all dem nicht eine einzige מצוה ראוריתא erschüttert! Oder wenn nun mit einem Male die kirchliche Richtung der Tagesparole auch die Juden alle in die Synagogen trieb, und es wären selbst am Sonntag und Montag und auch Morgens und Abends täglich die Gotteshäuser gefüllt und alle Rabbiner predigten und alle Chöre sängen, aber das Leben, draußen, außerhalb der Synagogen, blieb dasselbe — was wäre damit fürs Judenthum gewonnen? Ja, was wäre damit nicht fürs Judenthum verloren — wenn die Tempelandacht als Anquivalent, als Surrogat für die Pflichttreue im Leben erschiene und in die ״vier Ellen des Gebetes" die vier Ellen der Halacha und des opferfreudigen, gottdienenden Lebens aufgingen? Nicht daher in unfern Synagogen, in unser» Häusern und Schulen liegt der zu heilende Bruch und während unsere Väter meinten דרבנן צריכין חזוק דברי חזרה אינן צריכין חזוק müssen wir leider sprechen: דברי תורה צריכין חזוק ררבנן אינן צריכין חזוק Göttliche Gesetze bedürfen der Aufrichtung, Rabbintsches wird von selbst gehalten! Nicht, daß die zu Paris versammelt gewesenen Männer des französischen Judenthums nicht auch noch andere Interessen als die des sogenannten öffentlichen Eultus gekannt. Sie besprachen allerdings in ihrer vorletzten Sitzung auch die Angelegenheiten des ״religiösen Unterrichtes" und in ihrer letzten Sitzung die Ueberwachung der Schochetim und Soferim. Allein, baß in ihren

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