Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1856)
- Article
- Geschichte der Juden [Rezension]
- Date
- 1856-07-01
- Page
- 546 (sequence 18)
- Language
- German
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546 Geschichte der Juden von l)r. Grätz. Achter Artikel. Daß aber die bet diesem einzigen Faktum laut gewordene An- Zufriedenheit sich nur auf die dem R. Zosua vom R. Gamaliel gewordene Behandlung bezog, rein nur dieser persönlichen Bedeutung war und durchaus keinen wettern Hintergrund hatte, das ist aus dem weitern Verfolg, wie ihn die Urkunden erzählen, zu entschieden und unzweideutig klar, als daß der Vers, dies so hätte negtreu können. Sie erzählen: ״Auch nachdem R. Gamaliel seiner Würde entsetzt und R. Elteser ben Asaria an seine Stelle gewählt war, ״blieb R. Gamaliel auch nicht einen Augenblick aus dem Lehrhause fern." Und als bei einer Frage, an deren Diskussion sich R. Gamaliel und N. Josua bethetltgten, sich wiederum die Ueberlcgenheit des R. Josua in der Lehrweisheit zeigte, fand sich R. Gamaliel bewogen, selbst zu ihm in's Haus zu gehen, um ihn wegen der zugefügten Behändlung um Verzeihung zu bitten. Aus eine wiederholte Bitte erklärte sich R. Josua endlich versöhnt und ging selbst zum Lehrhause um das Geschehene mitzutheilen und darauf htnzudeuten, wie sowohl um seiner persönlichen Würdigkeit, als um seiner Abstammung willen es unrecht sei, de» R. Gamaliel seiner Patriarchenwürde beraubt zu halten; worauf ihm R. Akiba erwiederte: ״Bist du zufrieden, R. Josua? Was wir gethan haben, haben wir ja nur um deiner Ehre willen gethan; morgen wollen ich und du ihm früh unsere Aufwartung machen." ר' יהושע נתפייסה כלום 'עשינו אלא בשביל כבודך למחר אני ואחה נשכים לפתחו. R. Gamaliel ward wieder eingesetzt, wobei jedoch R. Elteser b. A. in einer untergeordneten Stellung neben ihm verblieb. Diese Worte und die darauf erfolgte Wiedereinsetzung des R. G. sprechen zu klar, als daß dagegen der Vers aus Nachum, den nach dem Jeruschalmi die Versammlung zum Ausdrucke ihrer Unzufriedenheit auf den R. G. anwandte, מי לא עברה רעתך תמיר dp ״ ,כיüber wen ist deine Härte nicht stets ergangen!" ernstlich zu urgiren wäre. Weniger klar in der That ist das Motiv, daö den R. Zosua bei diesem Vorgang Berachot 27b, und bei dem fast ganz gleichen in Bechorot 36a veranlaßt hatte, es zu verschweigen, daß er früher bevor die Versammlung zur Abstimmung aufgefordert worden, eine andere Ansicht geäußert habe. Der Vers, meint freilich, R. Zosua, der ״Unzufriedene", habe es vielleicht wegen seiner ärmlichen, ge° drückten Lage nicht gewagt, seine ״Unzufriedenheit" laut werden zu lassen, und ״Pflegte", auf einer widersprechenden Ansicht ertappt,