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Jeschurun · 1856-07-01 · Heft 10 (Juli 1856) · p. 526

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 10 (Juli 1856)
Article
Thamus
Date
1856-07-01
Page
526 (sequence 14)
Language
German
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526 ThamiiS. und überantwortete unsere heiligsten Angelegenheiten, die Freiheit unseres Gewissens, die Berechtigung unserer Lehre, die Erfüllung unseres Gesetzes, die Selbstständigkeit unserer Gemeinden Händen, die, um des Zeitgeistes willen, dieses Alles verrietheu, und eine geistige Knechtschaft über uns heraufbeschworen, aus der wir uns noch nicht erlöst. ׳־־ ' ■ Nimmer wäre es so weit gekommen, hätte man für all diesen weitschichtigen Verrath, für alle die mannigfachen Verletzungen und Höhnungen des göttlichen Gesetzes nicht ein Wort erfunden, das sie alle mit einem Fttttg bemäntelte, und dem bethörten Volke einen Namen an die Hand gab, mit welchem die Einfältigsten alle Gelüste ihres Herzens und. alle Ausschreitungen ihrer Handlungsweisen vor jeder Anfechtung zu seien in den Stand gesetzt wurden. Wie heutzutage ganze Ortschaften durch die Bezeichnung ״Armverein" an ihren Häusern sich die Berechtigung zu erkaufen meinen, den einzelnen Stimmen der flehenden Armuth taub bleiben zu dürfen, und, wenn dann das heimathlosk Elend ihre ungastlichen Stätten meidet, sich bereden das Elend vernichtet zu haben, also schrieben damals Menschen, Familien, Genieinden ״Zeitgeist" an ihre Stirn und glaubten mit diesen! einzigen Worte sich die Zudringlichkeit des-alten göttlichen Gesetzes vom Hälse geschafft zu haben. Sie opferten dem Zeitgeist, welches Recht hätte da noch Gottes Gesetz, Opfer von ihnen zu fordern! Das Judenthum ging betteln durch die Lande, aber die dem Zeitgeist geweihten Gemüther und Häuser der Wohlhabenden und Gebildeten verschlossen sich ihm, und indem mau es auf die verlassene Landstraße und in die Oede des Elends und der Verkommenheit verwies, glaubte man das ewige Gesetz des lebendigen Gottes aus dem Reiche der Lebendigen gestrichen zu haben. Nimmer aber endlich wäre es so weit gekommen, wenn nicht diejenigen, die alle diese Erscheinungen und Vorgänge aufs tiefste beklagten, allen diesen Erscheinungen und Vorgängen gegenüber selbst den Muth verloren hatten, in ihrer Zuversicht zu der ewigen, Alles obsiegenden Macht der göttlichen Wahrheit irre geworden wären und da, wo es eben galt die ganze Mannesfesttgkeit und Entschiedenheit der Gottgetragenen Ueberzeugung zu bewähren, eine Schwäche und Unentschiedenheit zeigten, die alles verdarb. Die Zeit, in deren Namen solche Zerstörungen im Gottesheiligthum geschahen, so wie

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