Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1856)
- Article
- Thamus
- Date
- 1856-07-01
- Page
- 516 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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516 Thamus. und Bestrebungen, deren Erwägung wohl auch noch heute nicht ohne Nutzen sein dürste. Wir suchen gemeinhin unsere Stärke, wo sie nicht zu finden ist und zeigen uns schwach, wo Festigkeit unsere einzige Aufgabe wäre. Wir kämpfen gegen Verhältnisse an, deren Ueberwindung gar nicht in unserer Macht liegt und lassen uns von Verhältnissen beherrschen, deren Gewalt nur in unserer Einbildung besteht. Gegen äußere Ver- Hängnisse anzukämpfen ist unser Stolz, uns von den Burgtrümmern unserer Macht begraben zu lassen, unsere Ehre, Scham vor Mit- und Nachwelt verbietet uns der warnenden Stimme zu folgen, die spricht: ״ ,כל הדוחק אח השעה השעה דוהקתוwer den Moment zurückdrängen will, wird von dem Moment verdrängt". Wo es aber gilt den innern Verderbtheiten nicht zufolgen, uns von den Verkehrtheiten der Zeitgenossen nicht htnreißen zu lassen, wo uns Gott ״an die Hand nimmt um uns zurückzuhalten von den Wegen ״der Zeitgenossen und spricht: nennt nicht Verrätst, was eure Zeit- ״genossen Verrätst nennen, und was sie fürchten, fürchtet nicht und ״haltet es nicht für stark. Gott, Gott, Ihn haltet heilig hoch, Er sei, ״was ihr fürchtet,Er macht euch stark —(Zes.8,.11—13)" da sprechen wir uns entschuldigend: ״Wer kann den Strömungen der Zeit widerstehen!" Es ist das dieselbe Verkehrtheit, die Chaggai mit den schon citirten Worten geißelt:" dieses Volk spricht: es ist jetzt nicht an der Zeit, daß die Zeit kommen dürfte für den Aufbau des Gottesheiligthums! Wie? Für euch, für Euch ist's an der Zeit in euren gezimmerten Häusern zu sitzen — und mein Heiligthum müßte in Trümmern bleiben?" Wie schwer wird es ::ns nicht, uns in Zettverhältnisse zu schicken! Von unser« Genüssen, unfern Gewohnheiten, unfern Bequemlichkeiten irgend etwas zu lassen, weil eine vernünftige Erwägung der Zeit nnd Umstände einer solchen Fügung in die Nothwendtgkeit das Wort reden würde, das — kommt uns nicht in den Sinn. Da trotzen wir kühn und muthig — der Zeit! Gilt es aber für Gott zu wirken — 'עת לעשות לד — die Gegenwart, die Zukunft aus dem Verfall zu retten, für Gott und sein heiliges Wort in die Schvanken zu treten, für den Ausbau seiner bantederliegenden Heiligthümcr thätig zu sein, da sind wir wunder wie klug, vorsichtig nnd umsichtig, da haben wir sorgfällig alle Umstände und Anzeichen der Zeit nach allen Seiten hin gezählt und geprüft und erwogen und sind endlich zu der Einsicht