Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1856)
- Article
- Thamus
- Date
- 1856-07-01
- Page
- 517 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Zum Fasttag der Einnahme Jerusalems. 517 gekommen, daß es nicht nur nicht an der Zeit, nicht ״zeitgemäß" sei für den Wiederaufbau des zertrümmerten Gottesheiligthums etwas zu thun, sondern daß es nicht einmal Zeit, daß es noch nicht einmal zeitgemäß sei zu denken, daß eine Zeit kommen werde, wo das Gottesheiligthum wieder zu erbauen sein würde! לא עת בא עת בית ד' להבנות■!! Zwei Gottesbotschaften sind uns aus den Tagen der ersten Belagerung Jerusalems aufbewahrt. Die eine lautet: Schickt Euch in die Zeit! Kämpft nicht wider das Verhängniß! Verehret es als Gottes Willen und zeigt durch Ergebung die Verehrung, die ihr Gott zollet. Die Andere heißt: Kümmert Euch nicht um die Zeit! Erfüllet eure Wicht! Hebet Gottes Gebote, wie unzeitgemäß sie auch dem Kurzsichtigen erscheinen mögen. Sein Gebot ist ewig, die Zeiten ändern sich und eben die Aenderung der Zeit liegt auch in Seiner Hand. Es waren die falschen Propheten und der Ehrgeiz der Fürsten, die den Krieg und das Volk zu einem von Gott für unnütz. erklärten Widerstand gegen die babylonische Macht aufstachelten. Aeremias ward wiederholt mit der Warnung, mit der beschwörenden Bitte gesendet: Höret nicht aus sie! Es ist Gott, dessen Sendung die babylonische Macht vollbringt! Ergebt euch ihr, dienet ihr, bis auch ihre Zeit herankommt; warum soll diese Stadt in Trümmer gehen? (Jerem. 27) — Er mußte die Botschaft mit dem Kerker büßen. Und er war im Kerker: das babylonische Heer belagerte Jerusalem, die Belagerungswerke waren schon an die Stadt gerückt, die Einnahme war nahe, die Stadt im Begriffe, dem Schwcrdte, dem Hunger und der Pest zu erliegen — da kam Chanamel S. Schalum, Jeremias Vetter, zu ihm mit dem Anträge: ״Kaufe dir mein Feld in Anathoth; denn dir liegt nach dem Gesetze (3. B. M. 25, 2b.) die verwandtschaftliche Erwerbseinlösung ob." Auf Gottes Geheiß erfüllte Jeremias die gesetzliche Pflicht, kaufte das Feld und vollzog diesen Kauf mit allen Förmlichkeiten der Urkundlichkcit und Zeugenbekräftigung, übergab die Kaufsurkunden in möglichster Ocffentlichkeit seinem Jünger Baruch und sprach: ״So hat Gott, Israels Gott, gesprochen: Nehmet diese Kauföurkunden und leget sic in ein irdenes Gefäß, damit sie sich lange Zeit erhalten. Denn also hat Gott, Israels Gott, gesprochen, noch sollen Häuser, Felder und Wein-