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Jeschurun · 1856-06-01 · Heft 9 (Juni 1856) · p. 500

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 9 (Juni 1856)
Article
Zur Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland
Date
1856-06-01
Page
500 (sequence 3)
Language
German
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500 Zur Geschichte der Nteberlaffung der Juden in Holland. blich die große Majorität der Juden — besonders der Portugiesen — aus Seiten des Statthalters. Sie erinnerten sich, welche hohe Stellung sie in der Gunst Wilhelm III eingenommen hatten, und auch Wilhelm IV war ihnen nicht weniger zngethan. Der reiche und intelligente Portugiese de Pinto hatte im Namen der synagogalen Verwaltung der Gemeinde, deren Mitglied er war, dem Prinzen bet seiner Erhebung zum Gouverneur die wärmsten Huldigungen dargebracht; und dieser Prinz von Oranien hat sich später mehr als ein Mal mit ihm als Diretor der ostindischen Compagnie berathen. Bet der Majorennerklärung Wilhelm V wurde eine außerordentliche Feier zu Ehren dieses glücklichen Ereignisses veranstaltet, und bet derselben Gelegenheit wurde eine Deputation der Gemeinden zu Amsterdam, Rotterdam und Haag zur Beglückwünschung des Prinzen abgeschickt, der sie mit leutseligen und herzlichen Worten seiner Gunst und seines Schutzes versicherte. Bet Gelegenheit der Heirath des Prinzen wurde eine neue Deputation zu seiner Gratulation ernannt und als er kurze Zeit nachher nach Amsterdam kam, wurde er und seine Gemahlin unter großer Feierlichkeit, in der reich geschmückten Synagoge empfangen. Auch seinerseits hatte Wilhelm V ähnlich seinen Vorgängern für die jüdische Nation eine besondere Vorliebe, die er bei vielen Gelegenheiten bethätigte. Besonders während des unglücklichen Jahres 1786 offenbarte er seine Gefühle auf eine rührende Weise. Durch das Ausbleiben der Dividenden der osttndtschen Compagnie während mehrerer Jahre waren nämlich viele Juden, die ans diesen Dividenden die Mittel zu ihrem Unterhalte zogen, in großes Elend gerathen. Die Noth drängte sie immer mehr und mehr, und es stand zu befürchten, daß die Stadt ihre erschöpften Einwohner nicht mehr würde erhalten können. Da beschloß der Prinz, den armen Juden den 38. Theil, nämlich die Summe von st. 17,993, die ihm als Chef der Compagnie zukamen, zu überlassen. Die Juden begrüßten natürlich 1787 mit großer Freude die Wiederherstellung der Dinge. Ihre Zufriedenheit mit der glücklichen Wendung, die die Interessen des Hauses Oranien genommen, zeigte sich deutlich, als die Administration der portugiefischen Synagoge in Amsterdam eingeladen war, den Eid auf die wiederhergestellte Constitution zu leisten. Auf die Frage des Bürgermeisters nämlich, der bei der Lesung der Statuten prasibirte, ob

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