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Jeschurun · 1856-06-01 · Heft 9 (Juni 1856) · p. 499

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
2 (1855-1856)
Issue
Heft 9 (Juni 1856)
Article
Zur Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland
Date
1856-06-01
Page
499 (sequence 2)
Language
German
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Von Kiünen. 499 ihre Synagogen auf einem von allen Seiten von Kanälen umschlossenen Raume erbaut seien, der Regierung große Summen boten, wenn sie durch Anlegung einiger Kanäle das Quartier, in welchem die Synagoge erbaut werden sollte, zu einer nur durch Zugbrücken mit der übrigen Stadt verbundenen Insel machen wollte; aber die Regierung wies ihre Anerbietungen zurück. Im Jahre 1707 übergab ein Pereira der Gemeinde eine von ihm erbaute portugiefische Synagoge, jedoch sollte diese so lange Eigenthum seiner Familie bleiben, als sich Glieder derselben in der Gemeinde befinden würden. Etwas später, im Jahre 1724, erbauten einige der angesehensten Juden Haags in demselben Viertel eine neue Synagoge, ganz — in verjüngtem Maßstabe — nach dem Muster der großen, bereits i. I. 1675 etngeweihten Amsterdamer Synagoge. Diese ungewöhnlich rasche und bedeutende Zunahme der Gemeinde und ihr Gedeihen in einer Stadt, die während der Regierung Wilhelms HI der Mittelpunkt aller politischen Ereignisse in Europa war, steht in deutlichem Zusammenhang mit dem thätigen Antheil, den die Juden an den politischen Ereignissen hatten, wie dies durch mehrere Fakta hinlänglich fich herausstellt. Moses M achado war ein Liebling dieses Fürsten uud leistete ihm sehr wichttge Dienste bet seiner Armee in Flandern. Nicht weniger nützlich und thättg zeigte fich Don Manuel de Belmonte, — der schon oben als Agent des Königs von Spanien genannt wurde, — als Gesandter des Hofes. Während 40 Jahren und besonders seit 1676 arbeitete er daran, gegen den Ehrgeiz des Königs von Frankreich das gute Einvernehmen zwischen beiden Mächten zu befestigen. Er und seine Freunde haben bedeutende Summen zu diesem Zwecke vorschießen müssen. Der Krieg mit England und der heftige Streit der dadurch zwischen den beiden Parteien ausbrach, erweckte auch viele Juden aus ihrer Unthätigkeit. (?) Besonders der Krieg gab der ganzen Bevölkerung der Niederlande einen bedeutenden Jnpuls, der auch nicht ohne Wirkung auf die Juden blieb. Man findet ausgezeichnet, daß ein Jude Namens Almaida, sich in dem Seegefechte von Doggersbarw, als Commandant eines Kriegsschiffes rühmlichst ausgezeichnet hat. ׳ In den Parteistreittgkeiten am Ende des 18. Jahrhunderts Z1

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