Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1856)
- Article
- Zur Geschichte der Niederlassung der Juden in Holland
- Date
- 1856-06-01
- Page
- 501 (sequence 4)
- Language
- German
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Von Kinnen. 501 sie bereit wären, die Konstitution nach allen ihren Kräften aufrecht zu halten, antwortete der erste Parneß: ״Wir werden dies mit festem, freudigen Herzen thun, denn der allmächtige Gott hätte uns keine größere Gunst erzeigen können, als uns heute hier erscheinen zu lassen?' Hierauf las man ihnen den Eid vor, der von allen mit einem festen, einstimmigen Amen bekräftigt wurde. Die deutsche jüdische Gemeinde leistete den Eid auf dieselbe Weise. Ungefähr zu derselben Zeit hielt sich im Haag Mosahod de la Mar, ebenfalls ein Jude aus dem Süden, als Gesandter des Kaisers von Marocco auf. Er war in Marocco aus einer achtbaren, ausgezeichneten Familie entsprossen, die der Kaiser zu wichtigen Staatsgeschäften verwendete, ließ sich später, als er durch Intrtguen gezwungen war, sein Vaterland zu verlassen, 1755 in Amsterdam nieder, wo er Rachel Men des de Costa, die Tochter einer ausgezeichneten jüdischen Familie, hetrathete und mehrere Jahre das Amt eines Agenten oder Gesandten des Kaisers von Marocco für seine Angelegenheiten in diesem Lande bekleidete. Er war in derselben Eigenschaft beim englischen Hofe accreditirt. Seine Nachkommen leben noch heute in der Hauptstadt des Königreichs der Niederlande. Ein Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, der sich zur Aufgabe gemacht, die portugiesischen Juden gegen ihren gehässigen und heftigen Verläumder, Voltaire zu vcrtheidigen, giebt ihnen das folgende ehrenvolle Zeugniß: ״Die Portugiesen haben mit großen Reichthümern den spanischen Handel nach Holland gebracht und haben auch viel zu dem Aufblühen der Industrie unter allen Einwohnern beigetragen. Ihre Nachkommen sind viel öfter von Andern betrogen worden als daß sie selbst Betrüger gewesen wären, waren sehr oft das Opfer von Wuchern während sie selbst sich nur selten diesem Geschäfte Hingaben, Man wird schwerlich ein Beispiel finden, daß ein portugiesischer Jude von Amsterdam oder dem Haag während zwei Jahrhunderten eines Verbrechens willen mit dem Tode bestraft worden sei. Man wird in den Annalen der Menschheit mit Mühe eine den in Holland und England wohnenden spanischen und portugiesischen Juden an Zahl gleichkommende Bevölkerung ausweisen können, unter welchen weniger vor den Gesehen strafbare Verbrechen verbrochen worden waren. Ich rufe alle Christen, die dieses Land