Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1856)
- Article
- Siwan
- Date
- 1856-06-01
- Page
- 482 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2932754-2932821-2932831-2939844--01604-2939899- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
478 Silvan. bcö Heils sind diese Gesetze und ihre Erfüllung z die freie Urfache alles aufblühenden Segens bleibt mit Allem und in Allem: Gott! Sein Wille wird nur in Erfüllung dieser Gesetze verwirklicht/alle unsere Zustände erhalten durch , sie nur erst diejenige Gestaltung, welcher Er seinen Segen verheißen, und wenn wir in Erfüllung dieser Gesetze das Unsrige gethan, dann dürfen wir zu Ihm aufschauen, daß er seinen Segen nun gebe. Eben mit diesem Aufschauen zu Ihm haben wir erst unser Werk vollendet, — ״ עשינו מה שלגו־ — השקיפהwir haben das Unsrige gethan — schau nun segnend herab", das ist der Grundton der an dieses Gesetz sich knüpfenden Verheißungen. Aber auch dieses Gott - Schauen und Hinaufschaucn zu Gott fordert,dieses Gesetz nicht blos in vorrüberrauschender Stimmung, in augenblicklichem Gedankenflug des Geistes, auch dieses Gott-Schauen und Htnaufschanen zu Gott fordert es in That, und will in großen opferfreudigen Handlungen uns und der ganzen Welt, die wir die unsere nennen, den Namen ״Gott" und das Siegel aufgedrückt sehen, daß wir nur in seinem Dienste wirken und nur von Ihm Segen und Heil erwarten. Zurücktreten muß von Zeit zu Zeit der Mensch in dem Kreis, in welchen Gottes Herrlichkeit segnend einziehen soll. Gott muß er seine Welt zu Füßen legen, auf welche Sein Segen herniedersteigen soll. Hat er in den sechs Tagen des Werks das Seine gethan, legt er am siebenten Tage, an welchem er zuerst die vollendete Gottcsschöpfung anvertraut erhielt, legt er am Sabbath immer wieder aufs neue sein Händewerk Gott zu Füßen und spricht: ich habe nun, das Meine gethan, komme du nun zu mir und segcne mich und das Meine! Und wie jeden siebten Tag sein Händewerk der Einzelne, also legte jedes siebte Jahr und insbesondere nach siebenmal sieben Jahren im Jobeljahre die Gescllschaft das Land, den ganzen Boden ihrer Entfaltung und alle darauf fußenden socialen Beziehungen in Gottes Hand nieder, um sie geweiht und gesegnet auf's Neue aus seinen Händen wieder zu empfangen. Diese Sabbath-Tage und Sabbath-Jahre sind aber zugleich selbst die segensreichstenRcstaurationsperioden, in welcher der Mensch und die Gesellschaft zu dem Urquell alles Lebens und aller Kraft zurückströmt und sich erneut mit dem Gedanken ״Gott" und dem Gedanken der innigen Be-