Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1856)
- Article
- Siwan
- Date
- 1856-06-01
- Page
- 483 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Zum Feste unserer Gesetzgebung. 47S ziehungen aller ihrer Verhältnisse zu Gott durchdringend, alle diese Verhältnisse auf's neue an Gott anknüpft und sie und sich für dieselbe immer frisch und immer neu mit dem Geiste der Heiligung und der Weihe, des Rechts und der Liebe tränkt. Wie mit jedem Athemznge das verbrauchte Blut immer wieder zurückströmt zum Herzen um sich erst wieder auf's neue durch frischen Lebcnsgeist beleben und erfricht Herstellen zu lassen für sein Wirken nach außen im Bereiche seines Dienstes, also sind die Sabbathtage und Sabbathjahre dieses Gesetzes die großen geistigen Athemzüge des Menschen und der Gesellschaft. Der Sabbathfeierndc Mensch, indem er die schaffende Hand von seiner Welt zurückzieht und sie als Ausdruck der Huldigung und Unterordnung, Gott zu Füßen legt, gewinnt in dieser erneuten Huldigung und Unterordnung Heiligung und Trost, Beruhigung und Heiterkeit und vor Allem neue, frische Kraft und ״Besceligung" für seine ganze Thättgkeit im Dienste Gottes. Die Sabbathfeierndc Gesellschaft, indem sie mit der Acker-Rast nnd dem Aufgeben des Einzclrechts an den Boden-Ertrag während der ganzen Dauer jedes siebten und fünfzigsten Jahres, zugleich mit dem Erlaß der Schulden und der Freigebung der Personen und Güter, thatsächlich Gott als den einzigen Herrn und Eigner des Bodens und seiner Früchte, der Menschen und ihrer Güter bcthätigt, und durch so in die Tiefe aller socialen Verhältnisse eindringende Umkehr und Rückkehr allen socialen Besitz und alle sociale Beziehungen als alleinigen Auöstuß von Gott darlegt, strömt eben damit in allen ihren Entladungen zu ihrem Urquell zurück, bringt allen im Laufe der Jahre social getrübten Zuständen Heilung, löst alle Knoten der Unfreiheit nnd Abhängigkeit, giebt Alles der ursprünglichen, von Gott angestammten Freiheit und Selbständigkeit zurück, nnd indem sie mit jedem fünfzigsten Jahre alle ihre Beziehungen auf's neue in ursprünglicher Frische an Gott anknüpft, sticht vor der segnenden Macht dieses Namens der Krankheitsstoff , der sich sonst von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, von Jahrhundert zu Jahrhundert in den socialen Körpern anhäuft, bis er die Gesellschaft in allgemeines Stechthum begräbt. Aber nicht nur den großen Gedanken Gott im Allgemeinen, auch was nun Gott für die Bekenner seines Gesetzes insbesondere gethan, alle die großen Momente der Erziehungsgeschichte seiner Söhne — die Er-