Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 2 (1855-1856)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1856)
- Article
- Siwan
- Date
- 1856-06-01
- Page
- 480 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Siwan. .476 währt — nur dann seid ihr mein, und dann wandle ich mit Euch, und bin segnend und schützend gegenwärtig im Kreis der dann gvttlichen Volksgemcine — ,כי תועבת ר' כל עושה אלה כל עושה עול ״denn ich verabscheue Jeden, der das Gegentheil übt, Jeden, der sich-Gewalt erlaubt." (זכית ומחנה ,נזיקין ,שומרים ,מכר וקנין וכו' דייגים ועדות וכו׳) Hat dieses Gesetz aber Recht und Wahrheit als die unerschütterlichen Grundsäulen der Gesellschaft gesetzt, so offenbart es die Liebe als deren Vollendung! Es heiligt die Kräfte und das Eigenthum um den in Reinheit erzeugten und gepflegten Kräften und den in Rechtlichkeit erworbenen und geschützten Gütern das höchste, göttlichste Ziel auf Erden zu stecken, und das Gottes-Ebenbild au Recht und Wahrheit in Gott nachstrebender Liebe und Milde mit dem Kranz der Vollendung zu verherrlichen. Unter göttlichem Rechtssiegcl heiligt und sichert es Besitz und Eigenthum damit der Besitzer und Eigner frei sie öffene zu gottähnlichem Wirken der Liebe. Das Recht gtebt ihm die Mittel, die Liebe zeigt ihm das göttliche Ziel der Welt und Menschen beglückenden That. Ohne Recht keine Liebe, und ohne Liebe keine Seltgkeitsblüthen auf Erden. Erst von der Liebe erwartet dies Gesetz wie die göttliche Vollendung des Einzelnen, also die Ausgleichung der Unebenheiten und die Paradieses-Vollendüng der Gesellschaft. Es führt den Unmündigen zu dem Reisen, den Schwachen zu dem Starken, den Unwissenden zu dem Weisen, den Kranken zu dem Gesunden, den Blinden zu dem Sehenden, den Fehlenden zu dem Reinen, den Fremden zu dem Bürger, den Armen zu dem Reichen, Wittwe und Waise in die Familie und spricht: זכו בם, erwerbt euch die eigene Vollendung und den Gottesfegen an Diesen; Gott führt sie euch zu, auf daß ihr an ihnen für ihn die Boten-Seiner Milde werdet und der Liebe. Und nicht von der Schwäche und dem Mitleid, nicht von der augenblicklichen Stimmung und Rührung, von dem Pflichtgefühl fordert dieses Gesetz im Namen Gottes die Liebe und webt damit die Liebe in den Grundcharakter jedes Einzelnen als Seinen himmlischen Faden und adelt damit doppelt den Geber und schützt vor Erniedrigung den Empfänger. Ueberall tritt es der Selbstsucht entgegen, und wo die Besitzer im Begriffe sind ״Mein!" zu sprechen sendet es ihnen